Für Passau
Bei der Auswahl eines geeigneten Standorts für die Universität Passau ist besonders zu berücksichtigen, dass die Hochschule ein soziales, ökonomisches und funktionelles Teilsystem der Stadtstruktur darstellt, dem die stadträumliche Eingliederung entsprechen soll, der Standort soll eine Verflechtung mit anderen städtischen Einrichtungen ermöglichen.
Da davon ausgegangen wird, dass Sporteinrichtungen nicht unmittelbar mit dem Universitätsgelände verbunden sein müssen, wird für die Suche nach einem geeigneten Baugelände eine Fläche von 35 ha nicht erschlossenes Gelände bzw. 20 ha erschlossenes Gelände zugrunde gelegt. Die vier möglichen Standorte sind: Gelände B (Staatsforst), Gelände C (Standortübungsplatz), Gelände Oberhaus und Gelände Altstadtrand (Kloster). Jedem Gelände wird eine Bewertungszahl für den objektiven Vergleich zugewiesen, die sich aus dem Produkt des Gewichtsfaktors und der Wertpunktzahl berechnet.
Für die Bestandsaufnahme wird der Nahbereich Passau eingegerenzt und war so fast identisch mit dem städtischen Verdichtungsgebiet.
Das städtische Verdichtungsgebiet mit den neu eingemeindeten Ortsteilen Grubweg, Heining, Hacklberg und Hals nach der Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27.12.1971 GVBl Nr. 26/1971.
Zu den wichtigsten Verbindungen von Bayern in den südosteuropäischen Raum gehören 1972 die Bundesautobahn München-Salzburg, die im Donautal verlaufende Bundesstraße 8 und die im Bau befindliche Bundesautobahn Regensburg-Passau. Zusätzlich erschließen die Bundesstraßen B5, B85, B12, B388 den Nahbereich Passau. Außerdem kreuzen sich in Passau die Fernlinien München-Passau-Budweis sowie Ostende-Passau-Istanbul. Zusätzlich sind die Autobahnen München-Landshut-Deggendorf und München-Mühldorf-Mittich geplant, die die Region Passau an das Europäische Straßennetz anbinden.
80% des Wassers der Stadt Passau werden aus der Soldatenau (Donauinsel) und 20 % aus dem südlichen Teil des Neuburgerwaldes bezogen.
Die Abwasserbeseitigung erfolgt über einzelne, nicht zusammenhängende Teilnetze, deren Planung aus den Jahren 1887/88 stammt. Das Abwasser wird ungereinigt in Donau, Ilz und Inn geführt, es ist lediglich eine kleinere, mechanische Kläranlage vorhanden. Seit 1967 ist ein neues Hautpsammlersystem, das das Abwasser aus dem innenstädtischen Gebiet, Hacklberg, Hals, Grubweg und Heining zu einer Sammelkläranlage am rechten Donauufer ableiten soll, im Bau.
Die Energieverteilung erfolgt durch die Stadtwerke Passau und wird neben der Eigenerzeugung in kleineren Wasserkraftwerken der Stadtwerke Passau hauptsächlich aus dem 110 kV Umspannwerk der Bayernwerk AG über die Anlagen der Energieversorgung Ostbayern AG (OBAG) bezogen. Eine zweite Übergabestelle aus dem Netz der OBAG ist geplant.
Für die geplante Universität wird der Flächenbedarf berechnet. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass je nach Fachrichtung mit verschieden großen Studentenzahlen und anderen Verhältnissen von Lehr- und Forschungsflächen sowie Sonderflächen zu rechnen ist. Die Berechnung wird in drei Aufbaustufen mit 1.000, 3.400 und 5.000 Studenten als Zwischenzielen aufgeteilt. Für die Ermittlung des Flächenbedarfs wird von einem Bedarf von 3 qm (zentrale Einrichtungen), 4,5 qm (Geisteswissenschaft) und 18 qm (Naturwissenschaft) je Student ausgegangen.
Die Karte zeigt, wo sich die Vorschläge Gelände A, Gelände B (Staatsforst) und Gelände C (Standort-Übungsplatz) befinden. Gelände B ist ca. 40 ha groß, befindet sich ca. 5 km vom Stadtzentrum entfernt und ist für Fußgänger gut erschlossen. Über eine unbefestigte Fahrstraße kann es von der B12 erreicht werden. Bisher wurde das Waldgebiet als Erholungsfläche benutzt.
Auf der Karte ist der genaue Standort von Gelände C zu sehen, das bisher als Übungsgelände der Bundeswehr dient. Das Gelände ist ca. 4 km vom Stadtzentrum entfernt und tangiert im Osten mit der B12. Ansonsten sind keine Wege innerhalb des Geländes vorhanden.
Auf der Karte sind die Besitzverhältnisse um und inklusive der Geländevorschläge A, B und C zu sehen. Gelände B befindet sich in Besitz des Freistaat Bayerns, während Gelände im C im Besitz des Bundes ist. Vereinzelt sind in der Umgebung der Geländevorschläge private Besitze sowie ein größer Teil, der in Besitz der Kirche ist, zu finden.
Transkript der Analyse der Standortuntersuchung II
Transkript der Anlage der Standortuntersuchung II