Ergänzung zur Denkschrift

Die "Ergänzung der Denkschrift" ergänzt jene um eine Spezialuntersuchung aller Gymnasien in Niederbayern. Die Publikation sagt viel darüber aus, in welcher Situation diese Region in der ersten Hälfte der 1970er Jahre war, und wie forciert Befürworter einer Universität Passau das Argument "Bildung als Wirtschaftsfaktor" einbrachten.

Die Untersuchung hatte ergeben, dass viele Schüler an den niederbayerischen Gymnasien aus sozial schwachen Schichten (Landwirte, Handwerker, Arbeiter) stammen. Betrachtet man zusätzlich die acht neu gegründeten Gymnasien sowie die Lebendgeburtenrate, ist eine stetig steigende Abiturientenzahl in der Hochschulregion Passau speziell ab 1973/74 zu erwarten. Mit einem steigenden Ausbildungsniveau durch den Besuch eines Gymnasiums sinkt der Anteil der sozial schwachen Schichten. Um diese Schichten auch danach Weiterbilden zu können, ist eine Gesamthochschule in Passau erforderlich.

Ergänzung zur Denkschrift

In dieser Grafik wird die soziale Herkunft der Schüler an staatlichen Gymnasien in Niederbayern 1968/69 dargestellt. Die sozialen Schichten werden als Kreissektoren präsentiert. Es ist erkennbar, dass die Gymnasien in Viechtach, Kötzling und Waldkirchen am meisten Schüler der Kategorie „Landwirte-, Handwerker und Arbeiterkinder“ unterrichten, während das Gymnasium in Passau und Deggendorf (Heimschule) am wenigsten vorweisen kann. Es stellt sich heraus, dass der Anteil sozial Schwacher an Heimschulen deutlich geringer ist als an den üblichen Gymnasien.

Ergänzung zur Denkschrift

Das Schaubild vermittelt einen Überblick über die Entwicklung der Lebendgeborenen je 1000 Einwohner im Jahr. Die Lebendgeborenen werden vierteljährlich für den Zeitraum 1965 bis 1969 jeweils für die Regierungsbezirke Niederbayern, Oberfranken und Schwaben sowie das Land Bayern dargestellt. Obwohl die Lebendgeborenenrate im Allgemeinen leicht rückläufig ist, weist Niederbayern die in jedem Quartal vergleichsweise höchste Lebendgeborenenrate auf. Da sich der Abstand zum bayerischen Durchschnitt erhöht hat, ist davon auszugehen, dass in Niederbayern zukünftig mit einem überdurchschnittlichen Bildungspotential zu rechnen ist.

Ergänzung zur Denkschrift

Die Karte zeigt deutlich, dass in Niederbayern keine Pädagogische Hochschule oder Ingenieurschule vorhanden ist, wodurch der Hochschulbereich völlig fehlt.

Ergänzung zur Denkschrift

Es wird die Sozialstruktur in den Anfangsklassen der öffentlichen Gymnasien im Schuljahr 1968/69 für Bayern, Niederbayern und die Hochschulregion Passau aufgezeigt, aufgeteilt in die Schichten Beamte, Angestellte, Selbständige (ohne Landwirte), selbständige Landwirte und Arbeiter (Facharbeiter, landwirtschaftliche und sonstige Arbeiter, nichtselbständige Handwerker).

Ergänzung zur Denkschrift

Die soziale Herkunft der Schüler an den Gymnasien Niederbayerns in der untersten Klasse im Schuljahr 1968/69 dargestellt in einem Dreieck. Die Seiten des Dreiecks entsprechen den Anteilen der Gruppen „Beamte, Angestellte“, „Arbeiter, Landwirte“ und „Selbständige“ in Prozenten. Die Lage der Gymnasien im Dreieck wird geometrisch bestimmt durch den jeweiligen Anteil an den verschieden Gruppen. Die Grafik verdeutlicht, dass der Anteil der Arbeiter- und Bauernkinder an den neu gegründeten Gymnasien besonders hoch ist und sich den Werten für die Sozialstruktur der Erwerbstätigen in Bayern und Niederbayern annähert.

Ergänzung zur Denkschrift

Das Schaubild erfasst den Bildungsweg der Sozialgruppen in der Anfangsklasse, der Klasse der Mittleren Reife und der Abiturklasse der Gymnasien sowie im Erstsemester der bayerischen Hochschulen gesondert. Besonders auffällig ist, dass mit steigendem Ausbildungsniveau der Anteil der Arbeiter- und Bauernkinder abnimmt. Es ist zu erwarten, dass diese Abnahme sinkt, was unter anderem den Studienmöglichkeiten einer Gesamthochschule zuzuschreiben ist.