Für Niederbayern
Das Ziel der vom „Verein Kuratorium Universität Passau“ verfassten Publikation bestand darin, die zuständigen Gremien davon zu überzeugen, die geplante hochschulmäßige Ausbildungseinrichtung in Form einer Universität in Passau umzusetzen.
Die Errichtung weiterführender Schulen in Niederbayern seit 1964 hat zu einer Bildungsexplosion geführt und die Zahl der Gymnasiasten vor allem im Raum Passau ansteigen lassen. Um diesen eine entsprechende Hochschulbildung zu ermöglichen, muss man den Zugang zu einer nahegelegenen Universität ermöglichen, einer Universität in Passau. Die folgenden Seiten aus der Denkschrift zeigen Bestandteile der Argumentation.
Betrachtet man die grafische Darstellung der bestehenden Universitäten und Technischen Hochschulen in Deutschland, ist deutlich erkennbar, dass der Großteil Deutschlands gut erschlossen ist und sich die Einzugsgebiete (ein Umkreis von 50 km) teilweise sogar überscheiden. Gesteigert wird dies durch die geplanten Universitäten und Technischen Hochschulen, die vor allem in den Randgebieten entstehen sollen. Es lässt sich deutlich erkennen, dass die regionale Erschließung Bayerns mit wissenschaftlichen Hochschulen im Vergleich zu anderen Bundesländern unzureichend ist.
Bei der Planung einer Universität muss die Entwicklung des Hochschulwesens in Passau betrachtet werden. Es lässt sich erkennen, dass die Anzahl der Studierenden in der Bundesrepublik in den vorherigen Jahren stärker anstieg, als es vorhergesagt wurde und ein weiterer großer Anstieg wurde prognostiziert, da sich die Anzahl der Abiturienten bis 1980 vermutlich verdoppeln wird und bis zum gleichen Zeitpunkt der numerus clausus abgebaut sein soll. Die Denkschrift rechnet mit einem unteren Grenzwert der Prognose von einer dreiviertel Million.
Die Karte zeigt eine Untersuchung der Verhältnisse in den kleineren Verwaltungseinheiten, den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns, in Form der Zahl der immatrikulierten Studierenden je 10.000 der Wohnbevölkerung. Es sind deutliche Verdichtungen im engeren Raum der bisherigen Universitätsstandorte, in den kreisfreien städten mit den Gymnasiumssitzen und im südlichen Oberbayern zu erkennen.
Hier werden die Studierenden je 10.000 der Wohnbevölkerung nach Regierungsbezirken für das Wintersemester 1966/67 aufgeschlüsselt. Es ist deutlich sichtbar, dass der Raum Passau weit hinter dem Bundes- und dem bayerischen Landesdurchschnitt steht.
Auch im direkten Vergleich zum Bundes- und zum bayerischen Landesdurchschnitt schneidet der Raum Passau schlechter ab, was das vorliegende starke Bildungsdefizit verdeutlicht.
Die Hochschulregion umfasst den Großteil Niederbayerns und die oberbayerischen Landkreise Altötting und Mühldorf. Bei der Standortzuordnung wurde die Nähe zu den am nächsten gelegenen Universitäten in München (rd. 180 km) und Regensburg (rd. 120 km), sowie in Linz (rd. 90 km) und Salzburg (rd. 110 km) bei der Prognose der Studentenzahl berücksichtigt. Die Einwohnerzahl des Gebietes reduziert sich auf etwa 880.000 und damit auch die Zahl der zu erwartenden Volksschüler, Gymnasiasten, Abiturienten und Studenten. Bis 1980 wird eine Einwohnerzahl von ca. 962.000 prognostiziert.
Für die Zukunft ist eine hervorragende verkehrsmäßige Erschließung der Hochschulregion Passau vor allem auf der Straße, zu Wasser und in der Luft geplant. Bis 1975 bzw. bis 1980 sind die Autobahnen München-Landshut-Deggendorf, Regensburg-Passau-Stuben-Linz sowie die Autobahn München über Mühldorf nach Passau geplant. Zusätzlich werden autobahnähnliche Bundesstraßen alle Teilräume nördlich und südlich der Donau an das Fernstraßennetz anschließen.
Die beiden Grafiken zeigen einen deutlichen Zuwachs an Schülern in der Hochschulregion Passau im Vergleich zu Bayern bzw. Niederbayern. Bei der Grafik "Schüler an Gymnasien" wird als Index die Anzahl der Schüler aus dem Jahr 1959/60 mit dem Wert von 100% gleichgesetzt, die für die Hochschulregion Passau, Niederbayern und Bayern verschiedene Werte annimmt. Die prozentuale Steigerung berechnet sich auf Grundlage dieser Werte. Die rechte Grafik macht deutlich, dass die Anzahl der Gymnasiasten in den letzten Jahren, begünstigt durch die Neugründung von acht Gymnasien, seit 1964 deutlich angestiegen.