Zwei Studenten

"Semestral-Studienzeugniss" von Jacob Schiefer „als Candidat des ersten theologischen Curses ... im ersten Semester des Studienjahres 1833/34“ vom 21. März 1834.
Transkript des Semestralzeugnisses von Jacob Schiefer
Bei den hier abgebildeten Zeugnissen handelt es sich um die Semestralstudienzeugnisse der Studenten Jacob Schiefer und Ludwig Graf von Spauer - es sind demnach keine Abschlusszeugnisse des Lyzeums sondern die Zeugnisse über 1 Semester. Die Noten werden als doppelte Benotung pro Lehrgegenstand in Fleiß- und Fortgangsnote angegeben zuzüglich einer unter der Tabelle eingetragenen eigenen Note in sittlichem Betragen.
Interessant ist der Vergleich beider Zeugnisse. Denn obwohl die beiden Dokumente im Abstand von 2 Monaten im selben Jahr ausgestellt wurden, unterscheidet sich das Layout doch entschieden.
Das Zeugnis von Jacob Schiefer besteht aus einem Papier mit vorgedrucktem Kopf und Tabellenkörper, das durch handschriftliche Einträge ausgefüllt wurde.

"Semestral-Studienzeugniss" von Ludwig Graf von Spaur „als Candidat des ersten theologischen Curses ... im ersten Semester des Studienjahres 1833/34“ vom 28. May 1834
Transkript des Semestralzeugnisses von Ludwig Graf von Spauer
Das Zeugnis von Ludwig Graf von Spauer hingegen ist im formalen Aufbau Deckungsgleich mit dem von Schiefer, ist jedoch vollständig handgeschrieben, ohne vorgedruckte Tabelle oder Kopf.

Einlage im Semestralzeugnis von Jacob Schiefer
Transkript der Einlage im Semestralzeugnis von Jacob Schiefer
Ein besonders interessantes Schriftstück hat sich hier erhalten:
Bei dieser dem Semestralzeugnis beigelegten Einlage handelt es sich um die schriftliche Bestätigung des Pfarrers aus der Heimatpfarrei von Jacob Schiefer, dass Jacob als Sohn verheirateter Eltern geboren wurde und somit zum Studium am Lyzeum berechtigt ist.
Das entscheidende Kürzel im unten abgebildeten Taufeintrag in den Pfarrmatrikeln lautet "fil. legit" - wurde ein Kindername mit "fil. illegit." versehen, handelte es sich um unehelichen Nachwuchs.