Sonderbeilage "15 Jahre Universität Passau 1978 - 1993" Sonderbeilage "15 Jahre Universität Passau 1978 - 1993"

Das Cover der PNP-Sonderbeilage anlässlich des fünfzehnten Jubiläums gibt einen Ausblick auf den Inhalt: Vor der Kulisse Passaus sind Szenen studentischen Lebens auf und abseits des Campus zu sehen. Die visuelle Botschaft - die Universität steht nicht isoliert im Mittelpunkt, sondern auch ihre Bedeutung für die titelgebende „Universitätsstadt Passau“ ist Thema.

Passau kann mit dem Jesuitenkolleg, der Fürstbischöflichen Akademie, dem Königlich Bayerischen Lyzeum und der Philosophisch-Theologischen Hochschule auf eine annähernd 400-jährige Geschichte als Hochschulstandort zurückblicken. Dennoch scheint es, als habe die Stadt sich zunächst an die Rolle als Heimat der jüngsten Universität Bayerns gewöhnen müssen.

Auf den ersten Seiten bewerten Vertreter der Landes- und Regionalpolitik sowie des regionalen Handwerks und der Industrie, die Auswirkungen der Universität und der Studenten auf die regionale Bevölkerung und Wirtschaft durchweg positiv. Auch der damalige Oberbürgermeister Passaus, Willi Schmöller, betont in einem Grußwort und einem Interview ihre Vorteile für die Region und die gute Annahme durch die Bürger.

Ein weiteres Thema, das sich durch die Artikel der Sonderbeilage zieht, sind die Widrigkeiten, mit denen die Universität Passau zur damaligen Zeit zu kämpfen hatte. Ursprünglich ausgelegt auf 4.000 Studenten, war 1993 mehr als die doppelte Anzahl eingeschrieben. Studenten und Lehrkräfte waren großen Belastungen ausgesetzt, was unter anderem ein Artikel über die Universitätsbibliothek, mit dem bezeichnenden Titel „In Platznöten“, verdeutlicht.

Die PNP-Sonderbeilage bietet der Katholisch-Theologischen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät sowie der Fakultät für Mathematik und Informatik jeweils die Möglichkeit, sich in einem eigenen Artikel vorzustellen. Diese Aufgabe übernehmen die Dekane der Fakultäten. Neben der Beschreibung des Lehrangebots und der Forschungsschwerpunkte weisen diese auf besondere Leistungen oder Angebote in ihren jeweiligen Bereichen hin. Die internationale Ausrichtung der Universität wird vor allem durch die Philosophische Fakultät betont. Dekan Rudolf Emons untermauert dies durch die Aufzählung der vielen Universitäten, mit denen Passau in Kooperation steht und an denen ein Auslandstudium möglich ist.

Doch auch die anderen Fakultäten legten Wert auf Internationalität. So befanden sich 80 Passauer Jurastudenten zu dieser Zeit für ein Studium im Ausland, im Gegenzug beherbergte man, dem Dekan der Juristischen Fakultät, Wolfgang Hromadka zufolge, 42 Studenten aus anderen Ländern. Passend hierzu ist dem, 1987 gegründeten, Institut für internationales und ausländisches Recht ein eigener Artikel gewidmet. Auch die Vorstellung des Sprachenzentrums und seines Angebots unterstreichen noch einmal die Internationalität der Universität Passau.

Ähnlich der zentralen Einrichtungen, Universitätsbibliothek, Sprachen- sowie Sportzentrum, findet sich auch das Rechenzentrum in der PNP-Sonderbeilage von 1993 wieder. Unterstützt von schematischen Abbildungen und unter Einsatz zahlreicher, meist englischer Akronyme, Abkürzungen und Fachbegriffe, wird auf einer kompletten Seite dessen Arbeit und Aufbau beschrieben.

Es ist interessant, aus heutiger Sicht auf einen Bericht aus den Anfangszeiten des Internets zu schauen, in der es jedoch für Studenten bereits möglich war, von zu Hause, mittels Telefon oder Modem, auf das universitätsinterne Netz zuzugreifen. Angesichts des monatlichen Datenvolumens der Universität von 3 GB im Jahr 1993, wird deutlich, wie sehr sich dieser Bereich bis heute weiterentwickelt und an Bedeutung gewonnen hat.

Den Abschluss bildet eine Führung über den Campus der Universität Passau, die beim ältesten Gebäude, dem Nikolakloster startet. Dabei streut der Autor Hintergrundinformationen über die Standortfindung, die historische Entwicklung des Geländes und besondere Merkmale der Universitätsgebäude ein, die ansonsten kaum auffallen, über die sich die jeweiligen Architekten jedoch durchaus Gedanken gemacht haben.

Die Führung endet mit einem Ausblick auf zukünftige, bis heute größtenteils realisierte Bauvorhaben, wie dem AudimaxGebäude. Erneut werden die Entwicklungen deutlich, die die Universität seit 1993 erfahren hat und die auch die Universitätsstadt Passau verändert haben.