Design
Eine anspruchsvolle, benutzerfreundliche Gestaltung, die auf den ersten Blick die wichtigsten Informationen präsentiert – das ist für die Besucher der universitätseigenen Homepage im Jahre 2018 so selbstverständlich geworden, wie die Einbettung multimedialer Elemente und sich dynamisch aktualisierender Informationsfelder. Ein Design, welches in Zeiten von ,Web 2.0‘ erwartet und daher nicht mehr als besonders wahrgenommen wird, klang noch vor 20 Jahren nahezu utopisch. Dank der Internet Archive Wayback Machine, deren Crawler zahlreiche Websites über die Jahre eingefangen und festgehalten haben, kann man sich auch heute noch ein Bild von längst aktualisierten Inhalten machen. Die folgende Serie von Screenshots zeigt den Internetauftritt der Universität Passau von den Anfangszeiten bis heute. Wert auf einen prägnanten ersten Eindruck wurde, die Realisierung des Designkonzepts betreffend, aber schon von Anfang an gelegt.
Vor über zwei Jahrzehnten, am 19. Januar 1997, wurde im Verzeichnis der Wayback Machine für die Domain uni-passau.de erstmals ein Eintrag angelegt, wobei die Website selbst bereits einige Jahre zuvor online ging. Im Vergleich zum aktuellen orientiert sich das damalige Design der Homepage noch sehr stark an einem gedruckten Dokument. Statischer Text steht bei diesem einfachen HTML-Konzept noch klar im Vordergrund, ist auf die notwendigsten Informationen beschränkt und damit für den konventionellen 90er-Jahre-Rechnerleistung einfach und schnell zu verarbeiten. Trotz diesem Mangel an Multimedia, werden die Elemente der frühen Homepage harmonisch arrangiert: Die linksbündige Ausrichtung der weiterführenden – noch typisch tintenblau und unterstrichen hinterlegten – Hyperlinks als übersichtliche Informationsliste im Schriftgrad Times New Roman, werden vom altehrwürdigen Universitätssiegel, als der Überschrift beigefügtes orangenes Logo, dominiert. Nämliche Ikone der ‚Maria vom Siege‘ wird, rasterhaft vervielfältigt, auch bei der Hintergrundgestaltung wieder aufgegriffen, wobei die Reduktion auf deren Umrisse in hellgrau an ein Wasserzeichen erinnert, eine Farbgebung, welche auch in den Bulletpoints wiederzufinden ist. Insgesamt ist die Internetpremiere der Universität zeitgemäß schlicht, aber seriös und angenehm navigierbar. Extraservice: Gleich unterhalb des Logos werden unerfahrene User zu einer Dokumentation über den Umgang mit dem ‚WWW‘ weitergeleitet.
Letztgenannte Einstiegsinformation ist etwa drei Jahre später, bei erstmaliger Erfassung einer Veränderung im Design am 3. März 2000, an den unteren Rand der Startseite gewandert – zu erklären mit der zunehmenden Etablierung des (noch) neuen Mediums. Deutlich erkennbar ist der Ersatz des religiösen Siegels durch ein neutrales Logo, welches sich aus den beiden Initialen der Universität Passau ‚U‘ und ‚P‘ zusammensetzt. Da die beiden orangenen Buchstaben einen grauen Schatten werfen, wird einerseits auch im neuen Logo die ursprüngliche Farbkombination – die sich bis heute halten sollte – beibehalten, andererseits dürfte dessen Leserichtung, beginnt man im Schatten, für das ein oder anderen Schmunzeln gesorgt haben... Auffällig ist zudem, dass die Marienikone auf der deutschsprachigen Homepage zwar durch einen einfachen weißen Hintergrund ersetzt wurde, dieses wasserzeichenartige Raster auf deren internationaler Version in Kombination mit dem ‚UP‘-Image noch verwendet wird. Der Link zur Website in englischer Sprache ist direkt unter die Überschrift gewandert – ein Indikator für eine zunehmend internationaler werdende akademische Community.
Eine kleine, aber nichtsdestoweniger signifikante Veränderung erfasst die Wayback Machine am 28. Oktober 2003, denn zu diesem Datum ziert erstmals das Logo die Homepage, welches sich bis heute als Aushängeschild für das Corporate Design der Universität Passau durchsetzen sollte: Die wohlbekannten fünf stilisierten Hörsaalbankreihen in Orange vor den, in der Architektur der Hochschule vielfach wiederzufindenden, Gebäudeumrissen in Grau. An der restlichen Gestaltung der Homepage hat sich ansonsten zwar kaum etwas verändert, dennoch neu hinzugekommen ist eine Eingabemaske für Schlagworte, welche die gezielte Suche nach Inhalten ermöglicht.
Im Vergleich zu den Vorgängerversionen, ist für den 6. Juli 2005 im Internet Archive eine wahre Farbexplosion verzeichnet. Man erkennt, das Design wurde nicht mehr ausschließlich mit Elementen aus dem begrenzten HTML-Repertoire generiert, sondern für die komplett überarbeitete Homepage nun vielmehr auch aus dem Register der CSS geschöpft. Farb- und Formgestaltung des Universitätslogos dienen auch für das des Internetauftritts, so sind der stilisierte Vorlesungssaal oder die Umrisse der einrichtungsspezifischen Architektur in den grauen und orangen Blöcken des Hintergrunds wiederzufinden. Nämliche Farbblöcke tragen nicht nur zur rein ästhetischen Ausschmückung des Onlineauftritts bei, sondern erfüllen auch einen praktischen Zweck, indem sie Informationsfelder und Linklisten harmonisch integrieren. Text- und Bildelemente – wobei insbesondere die eingebettete, das Image der Universität Passau repräsentierende, Fotodatei ins Auge fällt – sind nach wie vor statisch, dennoch lässt sich bereits die Tendenz zu mehr ‚Usability‘ (s. 'Funktionalitäten'!), wie sie für Websites der 2000er-Jahre typisch ist, erkennen. Man testet die Möglichkeiten aus, welche das navigationsunterstützende Design des frühen ‚Web 2.0‘ zu bieten verspricht.
Am 10. April 2013 fängt die Wayback Machine erstmals ein, wie die Bildelemente der Startseite der Universitätshomepage ‚das Laufen lernen‘, sprich: Ein zentrales Feld für eine, sich – vergleichbar einer Diashow – automatisch aktualisierende, Bildfolge, welche bei Anklicken zu den entsprechenden Informationen weiterleitet. Hyperlinks der klassischen Art (blau und unterstrichen) werden entweder passend zur umgebenden Gestaltung kaschiert oder komplett durch Buttons, Dropdownmenüs und Images ersetzt, welche durch ‚onmouseover‘ dem Cursor zusätzliche Informationszeilen anfügen. Das Design ist auf intuitive Benutzung ausgerichtet, welche den User mit kleinstmöglichem Suchaufwand zu den benötigten Websites der Homepage navigiert. Blöcke mit den aktuellsten Meldungen über Campus und Stadt ergänzen – täglich aktualisiert – die dynamischere Interaktion der akademischen Community. Die Einbettung multimedialer Elemente ist durch zahlreiche Broadcastingaktivitäten der Universität zur Selbstverständlichkeit geworden. Dieses Gestaltungskonzept wird auch in den weiterführenden Websites aufgegriffen; lediglich die einzelnen Fakultäten (s. 'Fakultäten'!) präsentieren sich noch, sich farblich voneinander differenzierend, im Gewand der Vorgängerversion.
Angekommen am 25. Juni 2018, dem Jahre des 40-jährigen Bestehens der Universität Passau, davon dem bereits über 20-jährigen ihrer Website, haben sich auch die Fakultäten das übergreifende Corporate Design zu eigen gemacht. Neben dynamischer Präsentation von Multimedia gehören inzwischen auch ansprechend gestaltete Plattformen, welche die verschiedensten Facetten elaborierten E-Learnings gezielt unterstreichen, zum regulären Bild der Homepage. Das Campusleben sieht die Ebene ‚Internet‘ nicht mehr rein als informative Ergänzung, sondern der akademische Austausch wäre ohne die Fülle an hilfreichen Angeboten nur mehr schwer vorstellbar. Entsprechend wird das Design regelmäßig neu justiert, um dem User eine den stetigen medialen Erweiterungen angemessene Orientierung zu gewährleisten, ihn nicht noch zusätzlich mit optischen Reizen zu überfluten. Projekte wie das vorliegende Onlinemuseum deuten an, dass die Möglichkeiten der Ausgestaltung des digitalen Raums noch lange nicht ausgeschöpft sind. Man darf gespannt sein, wie sich die Universität Passau in weiteren 20 oder 40 Jahren ihrer internationalen Community präsentieren wird.