Immatrikulationsbuch

Das „Immatriculations-Buch des Königlichen Lyceums in Paßsau. Vom Jahre 1833/34 bis zum Jahre 1846/47“ lässt Einblicke zu, wer in den 1830er und 40er Jahren in Passau studierte, und unter welchen Rahmenbedingungen. Es stellt eine wichtige Quelle für Historiker dar, denn es liefert vielerlei Informationen, die Aufschluss über Leben und Gesellschaft im 19. Jahrhundert geben.

Das Immatrikulationsbuch umfasst 250 vorgedruckte Formularseiten mit Tabellen, die jeweils über zwei Seiten gehen. Die Einträge sind handschriftlich verfasst, wechselnd in lateinischer Schreibschrift und deutscher Kurrentschrift. Der Band ist nicht vollständig ausgefüllt, bereits wenige Semester nach Wiedererrichtung des Lyzeums nimmt der Umfang der Einträge ab, da die Studenten im Priesterseminar untergebracht wurden. Dadurch entfielen viele Einträge, das letzte Viertel des Immatrikulationsbuches ist gänzlich leer.

Die einzigen zwei "Studiengänge" die es am Königlich Bayerischen Lyzeum gab, waren der Philosophische Kurs (in zwei Stufen) und der Theologische (in drei Stufen). Im Buch eingetragen sind die Studenten des  I. und II. Philosophischen- und des I. und II. Theologischen Kurses.

Der Aufbau ist dabei in jedem Semester derselbe: Zuerst werden die Studenten des II. Theologischen Kurses aufgelistet, gefolgt vom I. Theologischen Kurs. Danach folgen zuerst der II., dann der I. Philosophische Kurs. Die Studenten des III. Theologischen Kurses, mit welchem das Priesterstudium abgeschlossen wird, sind nicht im Immatrikulationsbuch eingetragen. Ihre Namen und Geburtsdaten lassen sich lediglich in den Jahresberichten des Königlich Bayerischen Lyzeums finden.

Wollte ein Mann - nur Männer erhielten Zugang zum Studium - hier studieren, so musste er sich (wie heute auch) immatrikulieren. Deshalb steht an erster Stelle sein Name, Geburtsdatum und Geburtsort. Das Immatrikalutionsbuch gibt aber auch Aufschluss über den Beruf und den Wohnort der Eltern. Der Beruf war, zu dieser Zeit selbstverständlich, immer der des Vaters.

Auch Name und Stand der „Wirth- und Kostleute“ sind aufgezeichnet worden, also jene Personen, bei welchen die Studenten - zumindest in den ersten Jahren - untergebracht waren und von denen sie verköstigt wurden. Dazu kommt die Wohnadresse des Studenten in Passau, sowie Informationen über Stipendien, vergangene Studienanstalten und "Besondere Bemerkungen" zu den einzelnen Studenten wie zum Beispiel Paul Esterl.

Wir zeigen Ihnen nun, was das Immatrikulationsbuch alles verraten kann, wenn man es beforscht.