PNP Sonderbeilage 1978

PNP Sonderbeilage von 1978
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Für Passau bedeutete die Neugründung nicht einfach nur, Standort einer (weiteren) höheren Bildungsstätte zu sein. Nein, es handelte sich um viel mehr: Anstatt in die Ballungsräume, sollten junge Menschen in die barocke Stadt gelockt und einheimische Studierende zum Bleiben motiviert werden. Außerdem versprach man sich von der neuen Institution die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie das Anwerben ansässiger Führungskräfte.
In der 19-seitigen Sonderbeilage der PNP kommen nicht nur Ministerpräsident Dr. h. c. Alfons Goppel - dessen Schreibmaschinen-getippter Brief mit seiner Unterschrift eins zu eins abgedruckt wurde - und Kultusminister Prof. Hans Maier zu Wort, sondern auch Lokalpolitiker als Befürworter der neuen Einrichtung.
"Tradition" und "Erneuerung" ziehen sich quasi leitmotivisch durch die Artikel. So unterstreicht ein Beitrag, dass sich die Theologisch-philosophische Hochschule nicht als angestaubte Einrichtung, sondern als moderne Fakultät in die neue Universität integriert.
Neben der katholisch-theologischen Fakultät konnte die junge Universität schon mit einem recht großen Angebot aufwarten. Die Studierenden hatten die Wahl zwischen der rechtswissenschaftlichen, der wirtschaftswissenschaftlichen, der sprach- und literaturwissenschaftlichen, der kulturwissenschaftlichen und der mathematischen Fakultät.
Auch gebäudetechnisch knüpft die junge Universität an die Geschichte an. Das seit Jahrhunderten bestehende Nikolakloster wurde aufwändig umgebaut und an die neuen Anforderungen angepasst. So wurde ein denkmalgeschütztes Gebäude Teil des Campus.
Aufgrund eines allgemeinen Geburtenrückgangs und einer sinkenden Studierbereitschaft schien die Zukunft einer neuen Uni alles andere als sicher. Der erste Präsident in der Geschichte der jungen Hochschule, Prof. Dr. Karl-Heinz Pollock, sowie die neu berufenen Professoren warben für die Uni - nicht ahnend, dass nicht Unter-, sondern Überbelegung der Kapazitäten in nicht allzuferner Zukunft problematisch werden sollte.