Mehr als nur ein Arbeitsplatz
Dr. Heinz-Günter Kuhls studierte an der Ruhr-Universität Bochum Jura und kam zum Wintersemester 1980/81 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Passau, wo er - auch als Akademischer Rat - bis April 1985 arbeitete und dort im Juni 1987 zum Dr. jur. promovierte.
Von Mai 1985 bis Juni 1989 war Herr Dr. Kuhls als Rechtsanwalt in Passau tätig. Im Juli 1989 trat er als Jurist in den Dienst der Stadt Passau. Von Oktober 1998 bis zu seiner Pensionierung als Beamter der Stadt Passau am 31.12.2014 übte er das Amt des Geschäftsführers und Schatzmeisters im Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau aus.
Während dieser Zeit war er auch Vorstandsmitglied im Ehemaligenverein der Universität.
Im Oktober 2010 wurde Herrn Dr. Kuhls „für hervorragende ehrenamtliche Verdienste um die Stadt Passau und ihre Bürgerinnen und Bürger“ die Ehrennadel der Stadt Passau zuerkannt. Mit Urkunde vom 12. Mai 2017 hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihm „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“ die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Unter welchen Umständen Dr. Kuhls an die Universität Passau kam, was er über die Anfangszeit erzählen kann, warum er letztendlich in Passau blieb und welche Rolle das Hochwasser von 2013 spielt - das und vieles mehr erfahren Sie hier.
Wie eine Karawane zog der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Römische Rechtsgeschichte der Ruhr-Universität Bochum im August 1980 südwärts in Richtung Dreiflüssestadt Passau. Vier Assistenten und ein Student erfüllten den Wunsch ihres Professors Dr. Burkhard Schmiedel, die Ruhr-Universität und das Ruhrgebiet zu verlassen und mit ihm zur Universität Passau zu wechseln. Doch die genaue Geschichte, wie es dazu kam und was Dr. Kuhls mit Herrn Wölfl zu tun hatte, lesen Sie sich am besten selbst nach.
Ich war damals schon an der Ruhr-Universität Bochum als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl des Herrn Professor Dr. Burkhard Schmiedel für [Anm. Prof. Burkhard Schmiedel] für Bürgerliches Recht und Römische Rechtsgeschichte tätig. Ich bin im 6. oder 7. Semester – genau weiß ich das nicht mehr – als studentische Hilfskraft zu ihm gekommen und habe dann nach dem ersten juristischen Staatsexamen eine Teilzeitstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ihm angenommen. Professor Schmiedel hatte zu dieser Zeit schon den Ruf an die Universität Passau erhalten. Professor Schmiedel war aus Freiburg nach Bochum gekommen. Er wollte aber wieder gern in den Süden. Als der Ruf aus Passau kam, hat er uns, seine Assistenten und seine studentischen Hilfskräfte, gefragt, ob wir bereit wären, mit ihm nach Passau zu gehen, er würde nur sehr ungern allein dorthin wechseln und uns deshalb liebend gern mitnehmen. Wir waren natürlich sehr überrascht und haben uns zunächst etwas ungläubig angeschaut. Ich kannte Passau bisher nur dem Namen nach, war vorher noch nie dort. Meinen Lehrstuhlkollegen ging es aber wohl ähnlich. Professor Schmiedel hat sofort gemerkt, dass Passau uns im Grunde kein Begriff war. „Fahrt hin, schaut euch doch einfach Passau einmal an!“ schlug er vor. „Passau wird euch bestimmt gefallen.“ Wir haben nicht lange überlegt. Zu fünft sind gefahren, haben ein Wochenende in Passau verbracht und uns die Stadt und natürlich auch die damals noch sehr kleine Universität angeschaut. Was wir sahen, hat uns gefallen. Professor Schmiedels Frage nach unseren Eindrücken von Passau und der jungen Universität konnten wir sehr schnell und klar beantworten: „Sehr schöne, lebenswerte Stadt, interessante, abwechslungsreiche Landschaft, ein Ort, an dem man sicherlich gut arbeiten kann und der gleichzeitig auch viele Freizeitmöglichkeiten bietet.“ Hinzu kam, dass wir alle natürlich promovieren wollten, und zwar bei Professor Schmiedel. Wir sagten also zu mitzugehen, wenn wir entsprechende Assistentenstellen bekämen. „Wenn sie mich haben wollen, müssen sie euch nehmen“, war Professor Schmiedels kernige Feststellung. Die Universität wollte ihn haben und sie musste uns, vier Assistenten und einen Studenten, nehmen, hat es vielleicht sogar gern getan. Ich war einer der vier Assistenten.
Zum Wintersemester 1980/81, also im Oktober 1980, hat Professor Schmiedel mit seinem Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht I die Lehrtätigkeit an der Universität Passau aufgenommen. Da Professor Schmiedel mir die Aufgabe übertragen hatte, bei der Einrichtung des Lehrstuhls seine Interessen betreffend Zimmerausstattung und Fachliteratur gegenüber der Universitäts-verwaltung zu vertreten, bin ich schon Anfang August 1980 nach Passau gefahren. Meine Gesprächspartner damals waren die Herren Berresheim und Wölfl. Sie haben, soweit ich mich erinnere, alle unsere Wünsche erfüllt. Wir haben sehr gut und stets vertrauensvoll zusammengearbeitet, und dies nicht nur in der Anfangsphase des Lehrstuhls, sondern während meiner gesamten Tätigkeit an der Universität.
Wie eine Karawane zog der Lehrstuhl für bürgerliches Recht und römische Rechtsgeschichte der Ruhruniversität Bochum südwärts Richtung Dreiflüssestadt. Unter Prof. Burkhardt Schmiedel folgten vier Assistenten und ein Student dem Wunsch des Professors an die Passauer Uni zu gehen und verließen dafür das Ruhrgebiet.
Wie es dazu kam, und was Dr. Kuhls mit Herrn Wölfl zu tun hatte, erfahren Sie hier.
Auf nach Niederbayern!
Als einer der wenigen Mitarbeiter am Lehrstuhl von Professor Schmiedel blieb Dr. Heinz-Günter Kuhls in Passau. In seiner Zeit an der Universität lernte er die Schönheit von Stadt und Campus schätzen. Die nicht nur räumlich, sondern auch hochschulmäßig rasante Entwicklung und Ausbreitung der Universität erlebte er voll mit. Lesen Sie die Eindrücke eines „Zuagroasten“ (Zugezogenen), für den Passau eine neue Heimat wurde
Am Lehrstuhl hat es schon nach relativ kurzer Zeit Wechsel gegeben. Zwei der vier Assistenten sind ins Ruhrgebiet zurückgekehrt, zwei ehemalige Bochumer Studenten dafür als wissenschaftliche Mitarbeiter nach Passau gekommen. Einer dieser beiden neuen Mitarbeiter ist heute noch als Rechtsanwalt in Vilshofen tätig. Hatten wir in den Anfangsjahren noch regelmäßig Kontakt, so ist dieser heute eher selten. Der Beruf hat uns halt einfach in alle Winde zerstreut. Ein wesentlicher Grund für mich, in Passau zu bleiben, war meine Frau Olga, die ich in Passau kennen-gelernt habe und die im Wintersemester 1978/79 eine der ersten Passauer Jura-Studentinnen war.
25 km einfach – diese Strecke musste Heinz-Günter Kuhls in Bochum zurücklegen, um zur Uni zu gelangen. In Passau waren die Wege kürzer – auch zum Vermieter:
Die Ruhr-Universität Bochum liegt außerhalb der Stadt im recht malerischen Ruhrtal. Kennzeichnend für die Universität sind dort die nahezu gleichförmigen Betonklötze der 60iger Jahre. Sie passen in ihrer Wucht eigentlich gar nicht in die Landschaft. Die Universität Passau ist das genaue Gegenteil. Sie liegt in der Stadtmitte am Inn, ist homogen gewachsen und parkähnlich angelegt. Man spricht nicht von ungefähr vom schönsten Campus Deutschlands. Ich bin damals – 1980 – sehr freundlich in Passau aufgenommen worden, habe schnell eine kleine Wohnung gefunden, mich gut in der Stadt und insbesondere in der Universität eingelebt und mich stets sehr wohl gefühlt. Mein Vermieter war ein Mitarbeiter der Universität, den ich auch heute noch immer wieder einmal in der Stadt treffe. Die Universität konnte ich nach einem etwa 10-minütigen erholsamen Spaziergang am Inn entlang erreichen. In Bochum war dies anders. Da ich in Castrop-Rauxel wohnte, war ich wie die meisten der ca. 30.000 Studierenden auf das Auto angewiesen. Die einfache Wegstrecke zur Universität betrug ca. 25 Kilometer. Die Bochumer Studenten kamen zu den Vorlesungen und Seminaren und fuhren danach regelmäßig wieder. Abends war die Universität wie ausgestorben. Verlässt man dagegen die Passauer Universität, so ist man sogleich in der Stadt. Die Universität ist klein, aber fein und bestens gelegen. Bis April 1985 war ich als Assistent an der Universität tätig. Allein in diesen knapp fünf Jahren ist die Universität stark gewachsen. Die Studentenzahlen sind deutlich gestiegen, viele Gebäude wurden errichtet und dem Lehrbetrieb zugeführt. Die Universität hat sich im Grunde von Tag zu Tag verändert und weiterentwickelt.
Mit der Universität kamen die Studenten – und mit den Studenten entwickelte sich eine ganz eigene Gesellschaft, die heute das Stadtbild mitprägt. Mehr Studenten, mehr Gebäude, mehr Lokale – und ein höheres Ranking.
Als ich im August 1980 kam, waren noch nicht so viele Studenten da. Es stand ja gerade erst das fünfte Semester bevor. Zum Wintersemester 1978/79 war der Lehrbetrieb aufgenommen worden. Das Philosophicum gegenüber dem Nikolakloster war noch im Bau. Einige von Studenten bevorzugte Lokale gab es auch damals schon. Die Zahl hat bis heute aber deutlich zugenommen. Besonders in der Innstadt gibt es sehr viele. In den 80iger Jahren war der „Landsknecht“ in der Lederergasse bekannt und wohl auch sehr beliebt. Ihn gibt es heute nicht mehr.
Die Universität hat sich in den vergangenen 40 Jahren, wie bereits gesagt, rasant entwickelt. Und ein Ende ist noch längst nicht abzusehen. Die Universität hat, wie die stets hervorragend ausfallenden Rankings belegen, einen hervorragenden Ruf, ist bei Studenten – mittlerweile sind es mehr als 12.000, für 4.500 bis 5000 war sie meiner Kenntnis nach einmal vorgesehen – sehr beliebt und lehrbetrieblich sicherlich noch ausbaufähig, wie die jetzige Diskussion über eine medizinische Fakultät belegt. Es gibt aber auch natürliche Grenzen. Flächen für die weitere gebäudemäßige Ausdehnung der Universität sind nicht beliebig vorhanden. Schon jetzt hat die Universität Räumlichkeiten für den Lehrbetrieb anmieten müssen. Unbegrenzt steigen können sicherlich auch nicht die Studentenzahlen. In einer Stadt mit gerade einmal etwas mehr als 50.000 Einwohner sind 12.000 Studenten schon eine sehr beachtliche Zahl. Will die Stadt ihren Studierenden ein geordnetes Umfeld bieten, Wohnungen, Infrastruktur und alles, was ein Student zum Leben braucht, sind besondere Anstrengungen erforderlich. Und die Stadt unternimmt diese Anstrengungen gern, kann dabei sicherlich aber auch einmal an ihre Grenzen stoßen.
Als einer der wenigen Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Schmiedel blieb Dr. Heinz-Günter Kuhls in Passau. In seiner Zeit an der Universität lernte er die Schönheit von Stadt und Campus zu schätzen und er erlebte die beginnende Ausbreitung der Gebäude am Campus mit.
Hören Sie sich die Eindrücke eines „Zuagroasten“ (Zugezogenen) an, für den Passau eine neue Heimat wurde.
Kommen. Gehen. Bleiben.
Einleben
Parkanlage Universität
Studentenlokale
Ausdehnung und Entwicklung
Fördereinrichtung der Universität. Er wurde gegründet, als es die Universität Passau noch gar nicht gab. Das ist ein eher etwas ungewöhnlicher Vorgang. Können Sie dazu etwas sagen? Es gab in Passau ja schon seit 1921 die Hochschule für Philosophie und Theologie, die wiederum aus dem 1833 gegründeten Königlich Bayerischen Lyzeum hervorgegangen ist.
Der Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau wurde 1971 – damals noch unter dem Namen „Kuratorium“ – von zahlreichen Persönlichkeiten aus dem Regierungsbezirk Niederbayern und der Stadt Passau gegründet. Zu diesen Persönlichkeiten zählten beispielweise der Regierungspräsident von Niederbayern, der Oberbürgermeister der Stadt Passau, der Landrat des Landkreises Passau, die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus der Region, zahlreiche Bürgermeister und Behördenvertreter. Ziel der Gründung war es, dazu beizutragen, dass in Niederbayern und insbesondere in der Stadt Passau eine Universität errichtet wird. Dieses Ziel wurde dank des unermüdlichen Einsatzes der vorgenannten Personen 1978 erreicht. Seitdem ist Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer stets der amtierende Regierungspräsident von Niederbayern, seine Vertreter der jeweilige Oberbürger-meister der Stadt Passau sowie der Landrat des Landkreises Passau, Kassier und Geschäftsführer des Vereins stets ein Jurist der Stadt Passau. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich seit seiner Gründung im Rathaus der Stadt Passau. Der Verein hat heute ca. 450 Mitglieder aus allen Bereichen der Gesellschaft, neben Firmen, Abgeordneten, Bürgermeistern, Behörden- und Kirchenvertretern vor allem die Bürgerinnen und Bürger aus den Städten und Gemeinden Niederbayerns. Der Zweck des Vereins besteht u.a. darin, für die Erhaltung und den Ausbau der Universität einzutreten sowie Wissenschaft, Forschung, Lehre und studentisches Leben zu fördern.
Von den Passauer Studenten kennt ihn wohl jeder – den „Leberkäseempfang“:
Die auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Bezeichnung „Leberkäseempfang“ hat sich unter den Studenten deshalb schnell eingebürgert, weil es bei diesem Empfang, bei dem es sich aus Universitätssicht um einen Erstsemesterempfang handelt, neben Bier und Limonaden Unmengen an Leberkäse gab. Mittlerweile hat der sog. „Leberkäseempfang“, der seit 1978 jeweils zu Beginn des Wintersemesters stattfindet und maßgeblich vom Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau finanziert wird, geradezu Kultstatus erreicht. Waren in den ersten Jahren nicht nur die sog. Erstsemester eingeladen, sondern alle Passauer Studenten, so änderte sich dies mit den stetig wachsenden Studentenzahlen recht schnell. Der Leberkäseempfang hat sich im Laufe der Jahre natürlich auch etwas verändert. Solange es die geschichtsträchtige Nibelungenhalle gab, fand er dort statt. Nach dem Abriss der Halle im Jahr 2004 folgte der Wechsel in die Mensa. Zu den Erstsemestern zählten immer auch die vielen ausländischen Studenten. Viele von ihnen mochten den Leberkäse, andere, insbesondere Moslems, aber nicht. Neben dem Leberkäse wurden deshalb später auch „richtige“ Käsesemmel angeboten. Für die Erstsemester ist der Leberkäseempfang eine hervorragende Plattform, Kontakte untereinander zu knüpfen und sich kennenzulernen, und deshalb stets bestens besucht.
Von nichts kommt nichts – das gilt auch für Förderungen; vielfältige Fördermaßnahmen erfordern Finanzmittel, die beizutreiben nicht einfach ist
Der Verein der Freunde und Förderer ist mit seinen ca. 450 Mitgliedern eine zwar durchaus mitgliederstarke, aber keineswegs sehr finanzkräftige Fördereinrichtung der Universität. Die Einnahmen bestehen im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zuschüssen von Körperschaften des öffentlichen Rechts, beispielsweise der Stadt Passau und des Landkreises Passau sowie des Bezirks Niederbayern. Die Höhe der Spenden hat trotz vielfältiger Bemühungen des Vereins in den letzten Jahren indes stetig abgenommen. Die Universität hingegen ist gewachsen, die Zahl der Mitarbeiter und insbesondere der Studenten beträchtlich gestiegen. Die Freunde und Förderer sind aber, wenngleich nicht immer alle Wünsche erfüllt werden konnten, dennoch wichtige Geldgeber für die Universität geblieben. Sie tragen mit ihren Finanzmitteln nach wie vor dazu bei, dass universitäre Veranstaltungen wie der schon beschriebene Erstsemesterempfang oder Studienfahrten von Professoren und Studenten durchgeführt werden können, die Universitäts-Zeitschrift „Campus“ herausgegeben und gedruckt werden kann, Literatur und diverse Zeitschriften angeschafft und Gastvorträge gehalten werden können. Dies sind nur einzelne Beispiele von Fördermaßnahmen. Das Förderspektrum ist deutlich weiter gefasst. Zu beachten ist dabei aber stets, dass die Förderung vom Vereinszweck gedeckt ist.
Der Verein der Freunde und Förderer: Wer in Passau studiert, wird diesen Vereinsnamen gehört haben, doch womöglich keine allzu genaue Vorstellung davon haben, was der Verein leistet. Dabei spielt der Verein im Alltagsleben der Studenten eine große Rolle. Wer kennt ihn nicht, den Erstsemesterempfang an der Universität, auch „Leberkäsempfang“ genannt - der maßgeblich dem finanziellen Beitrag des Vereins der Freunde und Förderer zu verdanken ist.
Gegründet, um die Universität nach Niederbayern zu holen, unterstützt er heute vor allem Wissenschaft, Forschung, Lehre und das Studentische Leben. So trägt er etwa Teilkosten von Studienfahrten, an denen viele Studierende im Laufe ihres Studiums wahl- oder pflichtweise teilnehmen. Trotz großer finanzieller Förderer aus der Region trägt das Wachstum der Universität jedoch dazu bei, dass sich die Fördermöglichkeiten - verglichen zur Anfangszeit der Universität - verändert haben. Genaueres erzählt Dr. Kuhls im Interview.
Der Leberkäsempfang für neue Studenten:
Leberkäs für alle
Studentisches Leben und der Verein der Freunde und Förderer
Förderung
Probleme
Förderung kommt allen zugute
Aus dem heutigen Stadtbild ist der Universitäts-Campus kaum noch wegzudenken. Die über die ganze Stadt verteilten Studentenheimen bieten vielen Studierenden während ihres Studiums ein adäquates „Zuhause“. Unternehmen, Betriebe, Geschäfte und vor allem die Gastronomie wuchsen mit der expandierenden Universität und den stetig steigenden Studentenzahlen. Verschlechtert gegenüber den 80iger Jahren hat sich indes der Wohnungsmarkt.
Die Stadt Passau hat sich seit der Gründung der Universität und der Aufnahme des Lehrbetriebs enorm entwickelt. Dies ist sowohl an der Universität selbst als auch am gesamten Stadtbild deutlich erkennbar. Als ich 1980 kam, beschränkte sich der Universitätsbetrieb im Wesentlichen auf das Nikolakloster. Das gegenüber liegende Philosophicum befand sich noch im Bau. Für die Universität genutzt wurde aber schon die ebenfalls dem Nikolakloster gegenüber liegende sog. Turnhalle. Heute erstrecken sich die Universitätsgebäude und Sportanlagen in architektonisch gelungener Bauweise auf einer Länge von fast einem Kilometer am Inn entlang. Geändert hat sich in den vergangenen 40 Jahren aber nicht nur das Bild der Universität, sondern maßgeblich auch das der Stadt. So mussten schon früh der am Inn gelegene städtische Schlachthof, einige Betriebe, darunter auch eine Gärtnerei, der Meierhof-Sportplatz sowie das sog. „Ghetto“, das – soweit ich mich erinnere – aus mehreren alten Wohnblocks bestand, in denen einige Lehrstühle untergebracht waren, aber auch Studenten wohnten, der Universität weichen. Die Beseitigung des „Ghettos“ hat damals für große Unruhe gesorgt und Proteste vor allem in der Studentenschaft ausgelöst. Auf dem ehemaligen Ghetto-gelände befinden sich heute die Sportanlagen der Universität. In der Stadt wurde das Klinikum Passau saniert und großzügig erweitert, das Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne zu einem attraktiven Standort für Unternehmen, Freizeiteinrichtungen wie etwa das Frei- und Hallenbad, die Dreiländerhalle mit dem Messe- und Dultplatz sowie einem sehenswerten Wohnviertel entwickelt und ausgebaut und schließlich, um nur einige Beispiele zu nennen, die „Neue Mitte“ im Zentrum geschaffen. Zu dieser überaus positiven Entwicklung der Stadt hat meines Erachtens die Universität, heute einer der größten Arbeitgeber in der Stadt, mit ihren stetig wachsenden Studentenzahlen wesentlich beigetragen. Die Universität ist in der Tat nicht mehr aus der Stadt wegzudenken. Sie ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Studenten haben es allerdings nach wie vor nicht immer leicht, trotz einer regen Bautätigkeit auch bei Studentenwohnheimen eine kleine Wohnung oder nur ein Zimmer zu finden. Das liegt ein wenig aber wohl auch an den hohen Studentenzahlen, die wiederum als zutreffender Gradmesser für die Attraktivität der Universität angesehen werden können.
Aus dem heutigen Stadtbild ist der Campus für kaum noch wegzudenken - und für viele Studierende bieten die über die ganze Stadt verteilten Studentenheime ein Zuhause während ihres Studiums, meist fernab von zuhause. Unternehmen und Betriebe, Geschäfte und Gastronomie: sie alle wuchsen mit der zunehmenden Studentenzahl.
Doch Arbeits- und Wohnungsmarkt sind heute deutlich schwieriger als noch in den 80er Jahren, das weiß auch Dr. Kuhls und der Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau:
Magnet Universität
Studentenghetto, Studentenwohnheime
Wie es zur Gründung der Universität kam, welche Rolle der Verein der Freunde und Förderer dabei gespielt und wie sich die Universität entwickelt hat, wurde ja schon kurz beschrieben. Gab es in der Folgezeit Initiativen der Universität, sich in der Region vorzustellen, Werbung für sich zu betreiben, um auf diese Weise das Interesse künftiger Studenten zu wecken?
Solche Initiativen gab es in der Tat und dies meiner Meinung nach vor allem wohl auch deshalb, um den regionalen Bezug der Universität in ganz Niederbayern auch nach außen hin darzustellen und zu stärken. Ich erinnere mich an Informationsver-anstaltungen der Universität in mehreren Städten Niederbayerns, die man jeweils als „Tag der Universität“ bezeichnen konnte. Vielleicht wurden sie auch so genannt. Ich kann es allerdings nicht mehr genau sagen. Bei diesem „Tag der Universität“ konnten die Bürgerinnen und Bürger der betreffenden Städte Informationen zur Universität, zu den einzelnen Fakultäten und Studiengängen direkt vom universitären Fachpersonal, den Professoren und Assistenten, aber auch von Mitarbeitern der Verwaltung, einholen. Die Universität kam also, wenn man so will, zur Vorstellung ins Haus. Bei diesen externen Informationsveranstaltungen waren immer auch einzelne Fördereinrichtungen der Universität wie etwa der Verein der Freunde und Förderer, zu deren Mitgliedern zahlreiche Städte und Gemeinden mit ihren Bürgermeistern zählten, vertreten. Derartige Informationsveranstaltungen gibt es aber, soweit mir bekannt ist, schon seit vielen Jahren nicht mehr. Der Grund dafür liegt wohl auch darin, dass die Universität Passau mittlerweile nicht nur in Niederbayern, Bayern und Deutschland, sondern in ganz Europa und der Welt bestens bekannt ist. Die derzeit weit mehr als 1000 ausländischen Studenten belegen dies nachdrücklich, ebenso die hervorragen-den Rankings der Universität und die zahlreichen weltweiten Universitätspartner-schaften.
Dass die Universität vorteilhaft für die Stadt Passau war und nach wie vor ist, habe ich schon dargelegt. Sie war es meines Erachtens in gleichem Maße aber auch für den Landkreis Passau und ganz Niederbayern. Profitiert hat die ganze Region.
Auch dem Verein der Freunde und Förderer ist es zu verdanken, dass die Dreiflüssestadt Passau zur Universitätsstadt wurde. Anders als Institutionen wie der Dresdner oder Neuburger Gesprächskreis bestand und besteht der Verein noch heute aus Personen und Persönlichkeiten der Region.
Die Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer
Die Uni geht auf Reisen
Die Uni als Segen
Wissen Sie, was Brüssel und Singapur gemeinsam haben? In beiden Städten gibt es Stammtische des AlumniClubs Passau für ehemalige Passauer Studenten. Über 30 gibt es weltweit. Der Ehemaligen-Verein der Universität ist einer der größten Vereine, durch dessen Vermittlungen und Kontakte sich ein Internationales Netz der Alumni aufgebaut hat.
Der Ehemaligenverein der Universität Passau wurde 1990 gegründet. Ziel des Vereins ist es einerseits, Forschung und Lehre an der Universität zu fördern, andererseits, den Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen Absolventen, Studierenden und Lehrenden zu pflegen. Mittlerweile hat der Verein mehr als 3000 Mitglieder, von denen sehr viele im Ausland beruflich tätig sind. Um auch dort in Kontakt bleiben und Erfahrungen untereinander austauschen zu können, haben sich in aller Welt Stammtische der Passauer Ehemaligen gebildet, für die es jeweils einen Stammtischbetreuer gibt.
Dr. Heinz-Günter Kuhls, der als Schatzmeister und Geschäftsführer des Vereins der Freunde und Förderer der Universität Passau auch Vorstandsmitglied im Ehemaligenverein war, gibt aus seiner Sicht einen kleinen Einblick in die Tätigkeit des Alumni-Clubs:
Wie es der Name des Vereins schon besagt, kann Mitglied im Ehemaligenverein ein Absolvent der Universität Passau sein. Willkommen ist aber auch jeder künftige Absolvent, also beispielsweise ein Student oder Doktorand. Der Verein ist sehr darauf bedacht, Mitglieder frühzeitig anzuwerben; er ist deshalb auch regelmäßig bei Examensfeiern zugegen und stellt die beiden ersten Jahre der Mitgliedschaft beitragsfrei.
Der Ehemaligenverein unterstützt Absolventen bei der Arbeitsplatzsuche. Er berät und vermittelt über Gespräche mit Ehemaligen, die bereits voll im Beruf stehen und mitunter auch schon Leitungsfunktionen in größeren Unternehmen haben, für die eigene Berufsentscheidung wertvolle Einblicke in die unterschiedlichsten Berufs-felder. Nützliche Hilfeleistungen bietet er auch bei der Beantragung von Stipendien an. Die Verbindung der Absolventen zu ihrer Universität Passau versucht der Verein mit zahlreichen fakultätsübergreifenden Veranstaltungen wie etwa dem Alumni-Jahrestreffen zu sichern und zu festigen. Für den Absolventen ist der Ehemaligen-verein eine Einrichtung, die er vielfältig für eigene Interessen, beispielsweise die Sportangebote der Universität, nutzen kann.
Was haben Brüssel und Singapur gemeinsam? In beiden Städten gibt es Stammtische des Alumni-Clubs Passau für ehemalige Passauer Studenten. Über 30 gibt es weltweit und der Ehemaligen-Verein der Universität ist einer der größten Vereine, durch dessen Vermittlungen und Kontakte sich ein Internationales Netz der Alumni aufgebaut hat.
Dr. Heinz-Günter Kuhls gibt aus seiner Sicht einen kleinen Einblick in die Tätigkeit des Alumni-Clubs, der über 4.000 Mitglieder zählt:
Stammtische
Singapur und Brüssel
Der Ehemaligenverein
Vernetzung
Alumitreffen
„Wie eine große Familie“ - so bezeichnet Dr. Kuhls das Verhältnis zwischen den Lehrenden in der Anfangszeit der Universität. Dank der überschaubaren Größe der Lehrenden und Lernenden entwickelte sich in den Anfangsjahren ein Mikrokosmos, der zum Teil wohl auch heute noch in den Fakultäten, an Lehrstühlen und innerhalb von Studiengängen anzutreffen ist.
Dr. Kuhls sah es als Glücksfall an, am Lehrstuhl von Professor Schmiedel tätig sein zu dürfen:
Dass ich am Lehrstuhl von Professor Dr. Schmiedel zunächst als studentische Hilfskraft und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent tätig sein konnte, habe ich immer als Glücksfall empfunden. Denn an einer Universität wie der in Bochum mit ca. 30.000 Studierenden ist es keineswegs selbstverständlich, eine solche Lehrstuhltätigkeit aufnehmen zu können. Je größer die Universität und die Zahl der Studierenden ist, umso schwerer ist es, persönliche Kontakte zu den Lehrenden, den Professoren und Assistenten, zu knüpfen. Vieles hängt vom Zufall ab. Mich hat Professor Schmiedel nach der Übung zum großen Schein des BGB angesprochen und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, im nächsten Semester an seinem Seminar teilzunehmen. Ich hatte Lust, bearbeitete dort ein Thema, über das ich später auch meine Doktorarbeit schrieb. Nach dem Seminar bot mir Professor Schmiedel eine Stelle als studentische Hilfskraft an. Daraus wurde nach dem 1. Staatsexamen dann die Stelle des wissenschaftlichen Mitarbeiters.
Für Professor Schmiedel war es bei Einstellungen von Mitarbeitern stets sehr wichtig, ob diese auch charakterlich, menschlich und fachlich zum Lehrstuhl, in dem ein geradezu familiäres Klima herrschte, passen. Er hat deshalb vor Einstellungen, also auch vor meiner, stets die Meinung seiner Mitarbeiter eingeholt. Von daher überrascht es auch wenig, dass vier seiner Assistenten und ein Student, wie bereits dargelegt, ihm nach Passau folgten. Wir waren ihm einfach wichtig und er uns. Auch in Passau – in der Fremde – hat er sich stets fürsorglich – man kann schon fast sagen wie ein Vater – um uns gekümmert, uns immer wieder auch zu sich nach Hause eingeladen. Der Begriff „Doktorvater“ traf auf ihn uneingeschränkt zu.
Besonders wichtig waren ihm auch immer die Studenten. Zu Beginn eines Semesters hat er uns Assistenten oftmals gebeten, in die Vorlesungen zu gehen und ein wenig auf die Reaktionen der Studierenden zu achten, ob ihnen die Vorlesung gefällt, was nicht gut ankommt, was kritisiert wird. Seine Vorlesungen sollten für die Studenten keine verlorene Zeit sein, sie sollten sie vielmehr motivieren, in Eigenarbeit noch tiefer in die Materie einzusteigen. Professor Schmiedel war nicht von ungefähr sowohl in Bochum als auch in Passau bei den Studenten sehr beliebt.
Für Dr. Kuhls, der von der großen Ruhr-Universität Bochum nach Passau kam, stellte die Atmosphäre in Passau und am Lehrstuhl von Prof. Schmiedel etwas Besonderes dar
Ich habe mich am Lehrstuhl von Professor Schmiedel, ob in Bochum oder in Passau, immer sehr wohl gefühlt. Dennoch gibt es zwischen Bochum und Passau einen gravierenden Unterschied. In Bochum hat sich dieses enge persönliche Verhältnis der Mitarbeiter untereinander angesichts der Größe der Universität, den vielen Fakultäten und Lehrstühlen, auf unseren Lehrstuhl beschränkt. In der damals noch sehr kleinen Universität Passau war dies anders. Schnell waren enge Kontakte zu anderen Lehrstühlen, Professoren und Mitarbeitern geknüpft, in der juristischen Fakultät und darüber hinaus kannte damals im Grunde fast jeder jeden. Anonymität war ein Fremdwort. Die Universität hatte einen familiären Charakter. Für uns und insbesondere auch für mich war dies eine überaus positive Erfahrung. In einem gewissen Rahmen dürfte dies auch heute noch für die Universität Passau gelten, wenngleich sie sehr gewachsen ist und die Studentenzahlen erheblich gestiegen sind. Ganz so familiär wie früher dürfte es heute allerdings wohl nicht mehr zugehen.
„Wie eine große Familie“ - so bezeichnet Dr. Kuhls das Verhältnis zwischen den Lehrenden in der Anfangszeit der Universität. Dank der überschaubaren Größe der Lehrenden und Lernenden entwickelte sich in den Anfangsjahren ein Mikrokosmos, der zum Teil heute noch an Fakultäten, Lehrstühlen und innerhalb von Studiengängen aufzufinden ist.
Für Dr. Kuhls, der von der großen Ruhruniversität in Bochum nach Passau kam, stellte diese Atmosphäre etwas Besonderes dar. Dabei kam er durch einen Glücksfall an den Lehrstuhl von Prof. Schmiedel:
Glücksfall
ZVS
Zusammengehörigkeit
Familiäres Verhältnis
Vaterfigur
Wandel
Professor Beulke
Geburtstagsfeier
Auf die Frage, mit welchem Ereignis Heinz-Günter Kuhls einen besonderen Einfluss der Universität und der Studenten auf die Stadt Passau verbindet, antwortet er: „Da fällt mir jetzt spontan das Hochwasser ein.“
Doch auch andere Dinge verbinden die Stadt Passau mit der Universität und dem Verein der Freunde und Förderer – als langjähriger Mitarbeiter der Stadt weiß Dr. Kuhls einiges zu berichten, von Zustimmung, vielleicht auch Skepsis …
Das Verhältnis der Passauer zur Universität kann aus meiner Sicht als insgesamt sehr gut bezeichnet werden. Die Stadt, der Oberbürgermeister, Stadtrat, die Bürgerinnen und Bürger setzten sich intensiv dafür ein, dass die Universität in Passau errichtet wird. Zu diesem Zweck wurde ja auch schon zu Beginn der 70iger Jahre von zahlreichen Persönlichkeiten aus Niederbayern und insbesondere der Stadt Passau das schon erwähnte Kuratorium, aus dem später der Verein der Freunde und Förderer der Universität wurde, gegründet. Die Geschäftsstelle des Kuratoriums und später des Vereins befand sich, wie schon erwähnt wurde, vom ersten Tag seiner Gründung an im Rathaus der Stadt Passau. Der 1. Vorsitzende war immer der Regierungspräsident von Niederbayern, der Oberbürgermeister der Stadt Passau immer einer seiner Vertreter, ein städtischer Jurist immer der Geschäftsführer und Schatzmeister. Allein schon daran ist ersichtlich, dass die Universität für die Stadt schon damals sehr wichtig war. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Jeder Oberbürgermeister ist froh, die Universität in der Stadt zu haben. Die Universität hebt nicht nur erheblich das Ansehen der Stadt, sondern schafft auch Arbeitsplätze und ist so ein gewichtiger wirtschaftlicher Faktor.
Dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt schon damals zur Universität standen, deren Gründung und Errichtung in Passau als vorteilhaft begrüßt haben, habe ich selbst erfahren können, als ich im August 1980 nach Passau kam. Ich wurde nicht nur in der Universität freundlich und wohlwollend aufgenommen, sondern in der ganzen Stadt, beim Bäcker, beim Metzger, im Gasthaus. Der kleine Hinweis, an der Universität tätig zu sein, reichte voll aus, schien in gewisser Weise magische Kraft zu haben. Diese überaus positive Erfahrung habe nicht nur ich gemacht, sondern auch alle meine Lehrstuhlkollegen. Wir wohnten nicht zusammen, sondern verstreut in der Stadt, hatten jeweils andere Vermieter und Nachbarn, kauften auch in verschiedenen Geschäften ein, wurden aber überall freundlich und zuvorkommend behandelt. Wer die Universität nicht mag, zeigt dies und verhält sich daher wahrscheinlich auch gegenüber ihren Mitarbeitern etwas anders, vielleicht nicht ganz so freundlich und weniger hilfsbereit, als wir es erfahren durften. Ich hatte immer das Gefühl, in Passau gern gesehen zu sein, ob als Mitarbeiter der Universität oder später der Stadt.
Das bedeutet nun aber nicht, dass es überhaupt keine Kritik an der Universität und insbesondere an ihren Studenten gegeben hätte. Studenten studieren nicht nur, sie feiern auch, und das oftmals zu Zeiten, in denen andere Ruhe suchen. Es gab und gibt daher immer wieder Beschwerden wegen Ruhestörung durch Studenten. Kritisiert wird dabei häufig auch ein übermäßiger enthemmender Alkoholkonsum. Deshalb die Universität in Frage zu stellen, wäre aber eine völlig überzogene und daher verfehlte Reaktion, die, dessen bin ich mir sicher, auch niemand ernsthaft in Erwägung zieht. Das sind einfach Begleiterscheinungen, die sich im Leben junger Menschen kaum vermeiden lassen und daher, wenngleich mitunter sehr ärgerlich, hinzunehmen sind, von den meisten Bürgerinnen und Bürgern, denke ich, wohl auch hingenommen werden und vor allem an deren positiver Einstellung zur Universität letztendlich nichts ändern.
Ein früher besonders häufig festgestelltes Fehlverhalten von Studenten hat vor einigen Jahren aber sogar den Stadtrat der Stadt Passau beschäftigt. Studenten benutzen zur Fortbewegung häufig Räder, und dies auch bei Dunkelheit. Dagegen ist nichts natürlich einzuwenden, solange am Fahrrad eine vorschriftsmäßige Beleuchtung vorhanden ist. Gerade daran fehlte es aber besonders oft. Im Stadtrat wurde deshalb vorgeschlagen, die Studenten mit Rücklichtern auszustatten und dafür auf den „Leberkäseempfang“ zu verzichten. Der Vorschlag fand letztendlich jedoch – und dies sicherlich zurecht – keine Mehrheit. Es fanden dafür aber verstärkt Kontrollen der Polizei statt. Heute besteht dieses Problem aber wohl nicht mehr.
Wer der Universität, ihren Mitarbeitern und insbesondere ihren vielen Studierenden schon immer oder immer noch eher skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstand, änderte seine Meinung oftmals schlagartig nach dem Jahrhunderthochwasser 2013, das die Stadt Passau besonders schlimm getroffen hatte. An der von Mitarbeitern und Studierenden der Universität Passau schon während des Hochwassers initiierten Hilfsaktion „Passau räumt auf“ beteiligten sich nämlich mehrere tausend freiwillige Helfer, darunter vor allem die Studierenden selbst – übrigens auch meine Tochter, die damals noch studierte. Sie alle kamen mit Schaufeln und Eimern, räumten Keller, beseitigten Schlammablagerungen und arbeiteten unermüdlich fast bis zur Er-schöpfung – eine beispiellose Hilfsaktion, die der Universität und ihren Studierenden viel Sympathie einbrachte und selbst bei unverbesserlichen Skeptikern vielfach zu einem Meinungsumschwung führte. Die Passauer Bürgerinnen und Bürger waren überwältigt. Eine derart uneigennützige Hilfsbereitschaft hatte wohl niemand erwartet. Spätestens seit diesem Zeitpunkt dürften eventuell noch vorhanden gewesene Zweifel, dass auch die Universität Teil der Stadt Passau ist, endgültig ausgeräumt worden sein.
Auf die Frage, mit welchem Ereignis Heinz-Günter Kuhls einen besonderen Einfluss der Universität und der Studenten auf die Stadt Passau verbindet, antwortet er: „Da fällt mir jetzt spontan das Hochwasser ein.“
Doch auch andere Dinge verbinden die Stadt Passau mit der Uni, und dem Verein der Freunde und Förderer - als langjähriger Mitarbeiter der Stadt weiß Dr. Kuhls einiges zu berichten, von Zustimmung, Skepsis …
Die Stadt Passau und der Verein der Freunde und Förderer
Universität und Stadtentwicklung
Die Flut
Thema 1: Wie ein Bochumer nach Passau kam
Wie eine Karawane zog der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Römische Rechtsgeschichte der Ruhr-Universität Bochum im August 1980 südwärts in Richtung Dreiflüssestadt Passau. Vier Assistenten und ein Student erfüllten den Wunsch ihres Professors Dr. Burkhard Schmiedel, die Ruhr-Universität und das Ruhrgebiet zu verlassen und mit ihm zur Universität Passau zu wechseln. Doch die genaue Geschichte, wie es dazu kam und was Dr. Kuhls mit Herrn Wölfl zu tun hatte, lesen Sie sich am besten selbst nach.
Ich war damals schon an der Ruhr-Universität Bochum als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl des Herrn Professor Dr. Burkhard Schmiedel für [Anm. Prof. Burkhard Schmiedel] für Bürgerliches Recht und Römische Rechtsgeschichte tätig. Ich bin im 6. oder 7. Semester – genau weiß ich das nicht mehr – als studentische Hilfskraft zu ihm gekommen und habe dann nach dem ersten juristischen Staatsexamen eine Teilzeitstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ihm angenommen. Professor Schmiedel hatte zu dieser Zeit schon den Ruf an die Universität Passau erhalten. Professor Schmiedel war aus Freiburg nach Bochum gekommen. Er wollte aber wieder gern in den Süden. Als der Ruf aus Passau kam, hat er uns, seine Assistenten und seine studentischen Hilfskräfte, gefragt, ob wir bereit wären, mit ihm nach Passau zu gehen, er würde nur sehr ungern allein dorthin wechseln und uns deshalb liebend gern mitnehmen. Wir waren natürlich sehr überrascht und haben uns zunächst etwas ungläubig angeschaut. Ich kannte Passau bisher nur dem Namen nach, war vorher noch nie dort. Meinen Lehrstuhlkollegen ging es aber wohl ähnlich. Professor Schmiedel hat sofort gemerkt, dass Passau uns im Grunde kein Begriff war. „Fahrt hin, schaut euch doch einfach Passau einmal an!“ schlug er vor. „Passau wird euch bestimmt gefallen.“ Wir haben nicht lange überlegt. Zu fünft sind gefahren, haben ein Wochenende in Passau verbracht und uns die Stadt und natürlich auch die damals noch sehr kleine Universität angeschaut. Was wir sahen, hat uns gefallen. Professor Schmiedels Frage nach unseren Eindrücken von Passau und der jungen Universität konnten wir sehr schnell und klar beantworten: „Sehr schöne, lebenswerte Stadt, interessante, abwechslungsreiche Landschaft, ein Ort, an dem man sicherlich gut arbeiten kann und der gleichzeitig auch viele Freizeitmöglichkeiten bietet.“ Hinzu kam, dass wir alle natürlich promovieren wollten, und zwar bei Professor Schmiedel. Wir sagten also zu mitzugehen, wenn wir entsprechende Assistentenstellen bekämen. „Wenn sie mich haben wollen, müssen sie euch nehmen“, war Professor Schmiedels kernige Feststellung. Die Universität wollte ihn haben und sie musste uns, vier Assistenten und einen Studenten, nehmen, hat es vielleicht sogar gern getan. Ich war einer der vier Assistenten.
Zum Wintersemester 1980/81, also im Oktober 1980, hat Professor Schmiedel mit seinem Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht I die Lehrtätigkeit an der Universität Passau aufgenommen. Da Professor Schmiedel mir die Aufgabe übertragen hatte, bei der Einrichtung des Lehrstuhls seine Interessen betreffend Zimmerausstattung und Fachliteratur gegenüber der Universitäts-verwaltung zu vertreten, bin ich schon Anfang August 1980 nach Passau gefahren. Meine Gesprächspartner damals waren die Herren Berresheim und Wölfl. Sie haben, soweit ich mich erinnere, alle unsere Wünsche erfüllt. Wir haben sehr gut und stets vertrauensvoll zusammengearbeitet, und dies nicht nur in der Anfangsphase des Lehrstuhls, sondern während meiner gesamten Tätigkeit an der Universität.
Thema 2: Der Charme des Kleinen
Als einer der wenigen Mitarbeiter am Lehrstuhl von Professor Schmiedel blieb Dr. Heinz-Günter Kuhls in Passau. In seiner Zeit an der Universität lernte er die Schönheit von Stadt und Campus schätzen. Die nicht nur räumlich, sondern auch hochschulmäßig rasante Entwicklung und Ausbreitung der Universität erlebte er voll mit. Lesen Sie die Eindrücke eines „Zuagroasten“ (Zugezogenen), für den Passau eine neue Heimat wurde
Am Lehrstuhl hat es schon nach relativ kurzer Zeit Wechsel gegeben. Zwei der vier Assistenten sind ins Ruhrgebiet zurückgekehrt, zwei ehemalige Bochumer Studenten dafür als wissenschaftliche Mitarbeiter nach Passau gekommen. Einer dieser beiden neuen Mitarbeiter ist heute noch als Rechtsanwalt in Vilshofen tätig. Hatten wir in den Anfangsjahren noch regelmäßig Kontakt, so ist dieser heute eher selten. Der Beruf hat uns halt einfach in alle Winde zerstreut. Ein wesentlicher Grund für mich, in Passau zu bleiben, war meine Frau Olga, die ich in Passau kennen-gelernt habe und die im Wintersemester 1978/79 eine der ersten Passauer Jura-Studentinnen war.
25 km einfach – diese Strecke musste Heinz-Günter Kuhls in Bochum zurücklegen, um zur Uni zu gelangen. In Passau waren die Wege kürzer – auch zum Vermieter:
Die Ruhr-Universität Bochum liegt außerhalb der Stadt im recht malerischen Ruhrtal. Kennzeichnend für die Universität sind dort die nahezu gleichförmigen Betonklötze der 60iger Jahre. Sie passen in ihrer Wucht eigentlich gar nicht in die Landschaft. Die Universität Passau ist das genaue Gegenteil. Sie liegt in der Stadtmitte am Inn, ist homogen gewachsen und parkähnlich angelegt. Man spricht nicht von ungefähr vom schönsten Campus Deutschlands. Ich bin damals – 1980 – sehr freundlich in Passau aufgenommen worden, habe schnell eine kleine Wohnung gefunden, mich gut in der Stadt und insbesondere in der Universität eingelebt und mich stets sehr wohl gefühlt. Mein Vermieter war ein Mitarbeiter der Universität, den ich auch heute noch immer wieder einmal in der Stadt treffe. Die Universität konnte ich nach einem etwa 10-minütigen erholsamen Spaziergang am Inn entlang erreichen. In Bochum war dies anders. Da ich in Castrop-Rauxel wohnte, war ich wie die meisten der ca. 30.000 Studierenden auf das Auto angewiesen. Die einfache Wegstrecke zur Universität betrug ca. 25 Kilometer. Die Bochumer Studenten kamen zu den Vorlesungen und Seminaren und fuhren danach regelmäßig wieder. Abends war die Universität wie ausgestorben. Verlässt man dagegen die Passauer Universität, so ist man sogleich in der Stadt. Die Universität ist klein, aber fein und bestens gelegen. Bis April 1985 war ich als Assistent an der Universität tätig. Allein in diesen knapp fünf Jahren ist die Universität stark gewachsen. Die Studentenzahlen sind deutlich gestiegen, viele Gebäude wurden errichtet und dem Lehrbetrieb zugeführt. Die Universität hat sich im Grunde von Tag zu Tag verändert und weiterentwickelt.
Mit der Universität kamen die Studenten – und mit den Studenten entwickelte sich eine ganz eigene Gesellschaft, die heute das Stadtbild mitprägt. Mehr Studenten, mehr Gebäude, mehr Lokale – und ein höheres Ranking.
Als ich im August 1980 kam, waren noch nicht so viele Studenten da. Es stand ja gerade erst das fünfte Semester bevor. Zum Wintersemester 1978/79 war der Lehrbetrieb aufgenommen worden. Das Philosophicum gegenüber dem Nikolakloster war noch im Bau. Einige von Studenten bevorzugte Lokale gab es auch damals schon. Die Zahl hat bis heute aber deutlich zugenommen. Besonders in der Innstadt gibt es sehr viele. In den 80iger Jahren war der „Landsknecht“ in der Lederergasse bekannt und wohl auch sehr beliebt. Ihn gibt es heute nicht mehr.
Die Universität hat sich in den vergangenen 40 Jahren, wie bereits gesagt, rasant entwickelt. Und ein Ende ist noch längst nicht abzusehen. Die Universität hat, wie die stets hervorragend ausfallenden Rankings belegen, einen hervorragenden Ruf, ist bei Studenten – mittlerweile sind es mehr als 12.000, für 4.500 bis 5000 war sie meiner Kenntnis nach einmal vorgesehen – sehr beliebt und lehrbetrieblich sicherlich noch ausbaufähig, wie die jetzige Diskussion über eine medizinische Fakultät belegt. Es gibt aber auch natürliche Grenzen. Flächen für die weitere gebäudemäßige Ausdehnung der Universität sind nicht beliebig vorhanden. Schon jetzt hat die Universität Räumlichkeiten für den Lehrbetrieb anmieten müssen. Unbegrenzt steigen können sicherlich auch nicht die Studentenzahlen. In einer Stadt mit gerade einmal etwas mehr als 50.000 Einwohner sind 12.000 Studenten schon eine sehr beachtliche Zahl. Will die Stadt ihren Studierenden ein geordnetes Umfeld bieten, Wohnungen, Infrastruktur und alles, was ein Student zum Leben braucht, sind besondere Anstrengungen erforderlich. Und die Stadt unternimmt diese Anstrengungen gern, kann dabei sicherlich aber auch einmal an ihre Grenzen stoßen.
Thema 3: Der Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau
Fördereinrichtung der Universität. Er wurde gegründet, als es die Universität Passau noch gar nicht gab. Das ist ein eher etwas ungewöhnlicher Vorgang. Können Sie dazu etwas sagen? Es gab in Passau ja schon seit 1921 die Hochschule für Philosophie und Theologie, die wiederum aus dem 1833 gegründeten Königlich Bayerischen Lyzeum hervorgegangen ist.
Der Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau wurde 1971 – damals noch unter dem Namen „Kuratorium“ – von zahlreichen Persönlichkeiten aus dem Regierungsbezirk Niederbayern und der Stadt Passau gegründet. Zu diesen Persönlichkeiten zählten beispielweise der Regierungspräsident von Niederbayern, der Oberbürgermeister der Stadt Passau, der Landrat des Landkreises Passau, die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus der Region, zahlreiche Bürgermeister und Behördenvertreter. Ziel der Gründung war es, dazu beizutragen, dass in Niederbayern und insbesondere in der Stadt Passau eine Universität errichtet wird. Dieses Ziel wurde dank des unermüdlichen Einsatzes der vorgenannten Personen 1978 erreicht. Seitdem ist Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer stets der amtierende Regierungspräsident von Niederbayern, seine Vertreter der jeweilige Oberbürger-meister der Stadt Passau sowie der Landrat des Landkreises Passau, Kassier und Geschäftsführer des Vereins stets ein Jurist der Stadt Passau. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich seit seiner Gründung im Rathaus der Stadt Passau. Der Verein hat heute ca. 450 Mitglieder aus allen Bereichen der Gesellschaft, neben Firmen, Abgeordneten, Bürgermeistern, Behörden- und Kirchenvertretern vor allem die Bürgerinnen und Bürger aus den Städten und Gemeinden Niederbayerns. Der Zweck des Vereins besteht u.a. darin, für die Erhaltung und den Ausbau der Universität einzutreten sowie Wissenschaft, Forschung, Lehre und studentisches Leben zu fördern.
Von den Passauer Studenten kennt ihn wohl jeder – den „Leberkäseempfang“:
Die auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Bezeichnung „Leberkäseempfang“ hat sich unter den Studenten deshalb schnell eingebürgert, weil es bei diesem Empfang, bei dem es sich aus Universitätssicht um einen Erstsemesterempfang handelt, neben Bier und Limonaden Unmengen an Leberkäse gab. Mittlerweile hat der sog. „Leberkäseempfang“, der seit 1978 jeweils zu Beginn des Wintersemesters stattfindet und maßgeblich vom Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau finanziert wird, geradezu Kultstatus erreicht. Waren in den ersten Jahren nicht nur die sog. Erstsemester eingeladen, sondern alle Passauer Studenten, so änderte sich dies mit den stetig wachsenden Studentenzahlen recht schnell. Der Leberkäseempfang hat sich im Laufe der Jahre natürlich auch etwas verändert. Solange es die geschichtsträchtige Nibelungenhalle gab, fand er dort statt. Nach dem Abriss der Halle im Jahr 2004 folgte der Wechsel in die Mensa. Zu den Erstsemestern zählten immer auch die vielen ausländischen Studenten. Viele von ihnen mochten den Leberkäse, andere, insbesondere Moslems, aber nicht. Neben dem Leberkäse wurden deshalb später auch „richtige“ Käsesemmel angeboten. Für die Erstsemester ist der Leberkäseempfang eine hervorragende Plattform, Kontakte untereinander zu knüpfen und sich kennenzulernen, und deshalb stets bestens besucht.
Von nichts kommt nichts – das gilt auch für Förderungen; vielfältige Fördermaßnahmen erfordern Finanzmittel, die beizutreiben nicht einfach ist
Der Verein der Freunde und Förderer ist mit seinen ca. 450 Mitgliedern eine zwar durchaus mitgliederstarke, aber keineswegs sehr finanzkräftige Fördereinrichtung der Universität. Die Einnahmen bestehen im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zuschüssen von Körperschaften des öffentlichen Rechts, beispielsweise der Stadt Passau und des Landkreises Passau sowie des Bezirks Niederbayern. Die Höhe der Spenden hat trotz vielfältiger Bemühungen des Vereins in den letzten Jahren indes stetig abgenommen. Die Universität hingegen ist gewachsen, die Zahl der Mitarbeiter und insbesondere der Studenten beträchtlich gestiegen. Die Freunde und Förderer sind aber, wenngleich nicht immer alle Wünsche erfüllt werden konnten, dennoch wichtige Geldgeber für die Universität geblieben. Sie tragen mit ihren Finanzmitteln nach wie vor dazu bei, dass universitäre Veranstaltungen wie der schon beschriebene Erstsemesterempfang oder Studienfahrten von Professoren und Studenten durchgeführt werden können, die Universitäts-Zeitschrift „Campus“ herausgegeben und gedruckt werden kann, Literatur und diverse Zeitschriften angeschafft und Gastvorträge gehalten werden können. Dies sind nur einzelne Beispiele von Fördermaßnahmen. Das Förderspektrum ist deutlich weiter gefasst. Zu beachten ist dabei aber stets, dass die Förderung vom Vereinszweck gedeckt ist.
Thema 4: Der Einfluss der Universität auf die Stadt
Aus dem heutigen Stadtbild ist der Universitäts-Campus kaum noch wegzudenken. Die über die ganze Stadt verteilten Studentenheimen bieten vielen Studierenden während ihres Studiums ein adäquates „Zuhause“. Unternehmen, Betriebe, Geschäfte und vor allem die Gastronomie wuchsen mit der expandierenden Universität und den stetig steigenden Studentenzahlen. Verschlechtert gegenüber den 80iger Jahren hat sich indes der Wohnungsmarkt.
Die Stadt Passau hat sich seit der Gründung der Universität und der Aufnahme des Lehrbetriebs enorm entwickelt. Dies ist sowohl an der Universität selbst als auch am gesamten Stadtbild deutlich erkennbar. Als ich 1980 kam, beschränkte sich der Universitätsbetrieb im Wesentlichen auf das Nikolakloster. Das gegenüber liegende Philosophicum befand sich noch im Bau. Für die Universität genutzt wurde aber schon die ebenfalls dem Nikolakloster gegenüber liegende sog. Turnhalle. Heute erstrecken sich die Universitätsgebäude und Sportanlagen in architektonisch gelungener Bauweise auf einer Länge von fast einem Kilometer am Inn entlang. Geändert hat sich in den vergangenen 40 Jahren aber nicht nur das Bild der Universität, sondern maßgeblich auch das der Stadt. So mussten schon früh der am Inn gelegene städtische Schlachthof, einige Betriebe, darunter auch eine Gärtnerei, der Meierhof-Sportplatz sowie das sog. „Ghetto“, das – soweit ich mich erinnere – aus mehreren alten Wohnblocks bestand, in denen einige Lehrstühle untergebracht waren, aber auch Studenten wohnten, der Universität weichen. Die Beseitigung des „Ghettos“ hat damals für große Unruhe gesorgt und Proteste vor allem in der Studentenschaft ausgelöst. Auf dem ehemaligen Ghetto-gelände befinden sich heute die Sportanlagen der Universität. In der Stadt wurde das Klinikum Passau saniert und großzügig erweitert, das Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne zu einem attraktiven Standort für Unternehmen, Freizeiteinrichtungen wie etwa das Frei- und Hallenbad, die Dreiländerhalle mit dem Messe- und Dultplatz sowie einem sehenswerten Wohnviertel entwickelt und ausgebaut und schließlich, um nur einige Beispiele zu nennen, die „Neue Mitte“ im Zentrum geschaffen. Zu dieser überaus positiven Entwicklung der Stadt hat meines Erachtens die Universität, heute einer der größten Arbeitgeber in der Stadt, mit ihren stetig wachsenden Studentenzahlen wesentlich beigetragen. Die Universität ist in der Tat nicht mehr aus der Stadt wegzudenken. Sie ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Studenten haben es allerdings nach wie vor nicht immer leicht, trotz einer regen Bautätigkeit auch bei Studentenwohnheimen eine kleine Wohnung oder nur ein Zimmer zu finden. Das liegt ein wenig aber wohl auch an den hohen Studentenzahlen, die wiederum als zutreffender Gradmesser für die Attraktivität der Universität angesehen werden können.
Thema 5: Universität und Region
Wie es zur Gründung der Universität kam, welche Rolle der Verein der Freunde und Förderer dabei gespielt und wie sich die Universität entwickelt hat, wurde ja schon kurz beschrieben. Gab es in der Folgezeit Initiativen der Universität, sich in der Region vorzustellen, Werbung für sich zu betreiben, um auf diese Weise das Interesse künftiger Studenten zu wecken?
Solche Initiativen gab es in der Tat und dies meiner Meinung nach vor allem wohl auch deshalb, um den regionalen Bezug der Universität in ganz Niederbayern auch nach außen hin darzustellen und zu stärken. Ich erinnere mich an Informationsver-anstaltungen der Universität in mehreren Städten Niederbayerns, die man jeweils als „Tag der Universität“ bezeichnen konnte. Vielleicht wurden sie auch so genannt. Ich kann es allerdings nicht mehr genau sagen. Bei diesem „Tag der Universität“ konnten die Bürgerinnen und Bürger der betreffenden Städte Informationen zur Universität, zu den einzelnen Fakultäten und Studiengängen direkt vom universitären Fachpersonal, den Professoren und Assistenten, aber auch von Mitarbeitern der Verwaltung, einholen. Die Universität kam also, wenn man so will, zur Vorstellung ins Haus. Bei diesen externen Informationsveranstaltungen waren immer auch einzelne Fördereinrichtungen der Universität wie etwa der Verein der Freunde und Förderer, zu deren Mitgliedern zahlreiche Städte und Gemeinden mit ihren Bürgermeistern zählten, vertreten. Derartige Informationsveranstaltungen gibt es aber, soweit mir bekannt ist, schon seit vielen Jahren nicht mehr. Der Grund dafür liegt wohl auch darin, dass die Universität Passau mittlerweile nicht nur in Niederbayern, Bayern und Deutschland, sondern in ganz Europa und der Welt bestens bekannt ist. Die derzeit weit mehr als 1000 ausländischen Studenten belegen dies nachdrücklich, ebenso die hervorragen-den Rankings der Universität und die zahlreichen weltweiten Universitätspartner-schaften.
Dass die Universität vorteilhaft für die Stadt Passau war und nach wie vor ist, habe ich schon dargelegt. Sie war es meines Erachtens in gleichem Maße aber auch für den Landkreis Passau und ganz Niederbayern. Profitiert hat die ganze Region.
Thema 6: Netzwerke und Stammtische
Wissen Sie, was Brüssel und Singapur gemeinsam haben? In beiden Städten gibt es Stammtische des AlumniClubs Passau für ehemalige Passauer Studenten. Über 30 gibt es weltweit. Der Ehemaligen-Verein der Universität ist einer der größten Vereine, durch dessen Vermittlungen und Kontakte sich ein Internationales Netz der Alumni aufgebaut hat.
Der Ehemaligenverein der Universität Passau wurde 1990 gegründet. Ziel des Vereins ist es einerseits, Forschung und Lehre an der Universität zu fördern, andererseits, den Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen Absolventen, Studierenden und Lehrenden zu pflegen. Mittlerweile hat der Verein mehr als 3000 Mitglieder, von denen sehr viele im Ausland beruflich tätig sind. Um auch dort in Kontakt bleiben und Erfahrungen untereinander austauschen zu können, haben sich in aller Welt Stammtische der Passauer Ehemaligen gebildet, für die es jeweils einen Stammtischbetreuer gibt.
Dr. Heinz-Günter Kuhls, der als Schatzmeister und Geschäftsführer des Vereins der Freunde und Förderer der Universität Passau auch Vorstandsmitglied im Ehemaligenverein war, gibt aus seiner Sicht einen kleinen Einblick in die Tätigkeit des Alumni-Clubs:
Wie es der Name des Vereins schon besagt, kann Mitglied im Ehemaligenverein ein Absolvent der Universität Passau sein. Willkommen ist aber auch jeder künftige Absolvent, also beispielsweise ein Student oder Doktorand. Der Verein ist sehr darauf bedacht, Mitglieder frühzeitig anzuwerben; er ist deshalb auch regelmäßig bei Examensfeiern zugegen und stellt die beiden ersten Jahre der Mitgliedschaft beitragsfrei.
Der Ehemaligenverein unterstützt Absolventen bei der Arbeitsplatzsuche. Er berät und vermittelt über Gespräche mit Ehemaligen, die bereits voll im Beruf stehen und mitunter auch schon Leitungsfunktionen in größeren Unternehmen haben, für die eigene Berufsentscheidung wertvolle Einblicke in die unterschiedlichsten Berufs-felder. Nützliche Hilfeleistungen bietet er auch bei der Beantragung von Stipendien an. Die Verbindung der Absolventen zu ihrer Universität Passau versucht der Verein mit zahlreichen fakultätsübergreifenden Veranstaltungen wie etwa dem Alumni-Jahrestreffen zu sichern und zu festigen. Für den Absolventen ist der Ehemaligen-verein eine Einrichtung, die er vielfältig für eigene Interessen, beispielsweise die Sportangebote der Universität, nutzen kann.
Thema 7: Der Mikrokosmos Universität und seine Entwicklung
„Wie eine große Familie“ - so bezeichnet Dr. Kuhls das Verhältnis zwischen den Lehrenden in der Anfangszeit der Universität. Dank der überschaubaren Größe der Lehrenden und Lernenden entwickelte sich in den Anfangsjahren ein Mikrokosmos, der zum Teil wohl auch heute noch in den Fakultäten, an Lehrstühlen und innerhalb von Studiengängen anzutreffen ist.
Dr. Kuhls sah es als Glücksfall an, am Lehrstuhl von Professor Schmiedel tätig sein zu dürfen:
Dass ich am Lehrstuhl von Professor Dr. Schmiedel zunächst als studentische Hilfskraft und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent tätig sein konnte, habe ich immer als Glücksfall empfunden. Denn an einer Universität wie der in Bochum mit ca. 30.000 Studierenden ist es keineswegs selbstverständlich, eine solche Lehrstuhltätigkeit aufnehmen zu können. Je größer die Universität und die Zahl der Studierenden ist, umso schwerer ist es, persönliche Kontakte zu den Lehrenden, den Professoren und Assistenten, zu knüpfen. Vieles hängt vom Zufall ab. Mich hat Professor Schmiedel nach der Übung zum großen Schein des BGB angesprochen und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, im nächsten Semester an seinem Seminar teilzunehmen. Ich hatte Lust, bearbeitete dort ein Thema, über das ich später auch meine Doktorarbeit schrieb. Nach dem Seminar bot mir Professor Schmiedel eine Stelle als studentische Hilfskraft an. Daraus wurde nach dem 1. Staatsexamen dann die Stelle des wissenschaftlichen Mitarbeiters.
Für Professor Schmiedel war es bei Einstellungen von Mitarbeitern stets sehr wichtig, ob diese auch charakterlich, menschlich und fachlich zum Lehrstuhl, in dem ein geradezu familiäres Klima herrschte, passen. Er hat deshalb vor Einstellungen, also auch vor meiner, stets die Meinung seiner Mitarbeiter eingeholt. Von daher überrascht es auch wenig, dass vier seiner Assistenten und ein Student, wie bereits dargelegt, ihm nach Passau folgten. Wir waren ihm einfach wichtig und er uns. Auch in Passau – in der Fremde – hat er sich stets fürsorglich – man kann schon fast sagen wie ein Vater – um uns gekümmert, uns immer wieder auch zu sich nach Hause eingeladen. Der Begriff „Doktorvater“ traf auf ihn uneingeschränkt zu.
Besonders wichtig waren ihm auch immer die Studenten. Zu Beginn eines Semesters hat er uns Assistenten oftmals gebeten, in die Vorlesungen zu gehen und ein wenig auf die Reaktionen der Studierenden zu achten, ob ihnen die Vorlesung gefällt, was nicht gut ankommt, was kritisiert wird. Seine Vorlesungen sollten für die Studenten keine verlorene Zeit sein, sie sollten sie vielmehr motivieren, in Eigenarbeit noch tiefer in die Materie einzusteigen. Professor Schmiedel war nicht von ungefähr sowohl in Bochum als auch in Passau bei den Studenten sehr beliebt.
Für Dr. Kuhls, der von der großen Ruhr-Universität Bochum nach Passau kam, stellte die Atmosphäre in Passau und am Lehrstuhl von Prof. Schmiedel etwas Besonderes dar
Ich habe mich am Lehrstuhl von Professor Schmiedel, ob in Bochum oder in Passau, immer sehr wohl gefühlt. Dennoch gibt es zwischen Bochum und Passau einen gravierenden Unterschied. In Bochum hat sich dieses enge persönliche Verhältnis der Mitarbeiter untereinander angesichts der Größe der Universität, den vielen Fakultäten und Lehrstühlen, auf unseren Lehrstuhl beschränkt. In der damals noch sehr kleinen Universität Passau war dies anders. Schnell waren enge Kontakte zu anderen Lehrstühlen, Professoren und Mitarbeitern geknüpft, in der juristischen Fakultät und darüber hinaus kannte damals im Grunde fast jeder jeden. Anonymität war ein Fremdwort. Die Universität hatte einen familiären Charakter. Für uns und insbesondere auch für mich war dies eine überaus positive Erfahrung. In einem gewissen Rahmen dürfte dies auch heute noch für die Universität Passau gelten, wenngleich sie sehr gewachsen ist und die Studentenzahlen erheblich gestiegen sind. Ganz so familiär wie früher dürfte es heute allerdings wohl nicht mehr zugehen.
Thema 8: Das Verhältnis der Passauer zur Universität
Auf die Frage, mit welchem Ereignis Heinz-Günter Kuhls einen besonderen Einfluss der Universität und der Studenten auf die Stadt Passau verbindet, antwortet er: „Da fällt mir jetzt spontan das Hochwasser ein.“
Doch auch andere Dinge verbinden die Stadt Passau mit der Universität und dem Verein der Freunde und Förderer – als langjähriger Mitarbeiter der Stadt weiß Dr. Kuhls einiges zu berichten, von Zustimmung, vielleicht auch Skepsis …
Das Verhältnis der Passauer zur Universität kann aus meiner Sicht als insgesamt sehr gut bezeichnet werden. Die Stadt, der Oberbürgermeister, Stadtrat, die Bürgerinnen und Bürger setzten sich intensiv dafür ein, dass die Universität in Passau errichtet wird. Zu diesem Zweck wurde ja auch schon zu Beginn der 70iger Jahre von zahlreichen Persönlichkeiten aus Niederbayern und insbesondere der Stadt Passau das schon erwähnte Kuratorium, aus dem später der Verein der Freunde und Förderer der Universität wurde, gegründet. Die Geschäftsstelle des Kuratoriums und später des Vereins befand sich, wie schon erwähnt wurde, vom ersten Tag seiner Gründung an im Rathaus der Stadt Passau. Der 1. Vorsitzende war immer der Regierungspräsident von Niederbayern, der Oberbürgermeister der Stadt Passau immer einer seiner Vertreter, ein städtischer Jurist immer der Geschäftsführer und Schatzmeister. Allein schon daran ist ersichtlich, dass die Universität für die Stadt schon damals sehr wichtig war. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Jeder Oberbürgermeister ist froh, die Universität in der Stadt zu haben. Die Universität hebt nicht nur erheblich das Ansehen der Stadt, sondern schafft auch Arbeitsplätze und ist so ein gewichtiger wirtschaftlicher Faktor.
Dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt schon damals zur Universität standen, deren Gründung und Errichtung in Passau als vorteilhaft begrüßt haben, habe ich selbst erfahren können, als ich im August 1980 nach Passau kam. Ich wurde nicht nur in der Universität freundlich und wohlwollend aufgenommen, sondern in der ganzen Stadt, beim Bäcker, beim Metzger, im Gasthaus. Der kleine Hinweis, an der Universität tätig zu sein, reichte voll aus, schien in gewisser Weise magische Kraft zu haben. Diese überaus positive Erfahrung habe nicht nur ich gemacht, sondern auch alle meine Lehrstuhlkollegen. Wir wohnten nicht zusammen, sondern verstreut in der Stadt, hatten jeweils andere Vermieter und Nachbarn, kauften auch in verschiedenen Geschäften ein, wurden aber überall freundlich und zuvorkommend behandelt. Wer die Universität nicht mag, zeigt dies und verhält sich daher wahrscheinlich auch gegenüber ihren Mitarbeitern etwas anders, vielleicht nicht ganz so freundlich und weniger hilfsbereit, als wir es erfahren durften. Ich hatte immer das Gefühl, in Passau gern gesehen zu sein, ob als Mitarbeiter der Universität oder später der Stadt.
Das bedeutet nun aber nicht, dass es überhaupt keine Kritik an der Universität und insbesondere an ihren Studenten gegeben hätte. Studenten studieren nicht nur, sie feiern auch, und das oftmals zu Zeiten, in denen andere Ruhe suchen. Es gab und gibt daher immer wieder Beschwerden wegen Ruhestörung durch Studenten. Kritisiert wird dabei häufig auch ein übermäßiger enthemmender Alkoholkonsum. Deshalb die Universität in Frage zu stellen, wäre aber eine völlig überzogene und daher verfehlte Reaktion, die, dessen bin ich mir sicher, auch niemand ernsthaft in Erwägung zieht. Das sind einfach Begleiterscheinungen, die sich im Leben junger Menschen kaum vermeiden lassen und daher, wenngleich mitunter sehr ärgerlich, hinzunehmen sind, von den meisten Bürgerinnen und Bürgern, denke ich, wohl auch hingenommen werden und vor allem an deren positiver Einstellung zur Universität letztendlich nichts ändern.
Ein früher besonders häufig festgestelltes Fehlverhalten von Studenten hat vor einigen Jahren aber sogar den Stadtrat der Stadt Passau beschäftigt. Studenten benutzen zur Fortbewegung häufig Räder, und dies auch bei Dunkelheit. Dagegen ist nichts natürlich einzuwenden, solange am Fahrrad eine vorschriftsmäßige Beleuchtung vorhanden ist. Gerade daran fehlte es aber besonders oft. Im Stadtrat wurde deshalb vorgeschlagen, die Studenten mit Rücklichtern auszustatten und dafür auf den „Leberkäseempfang“ zu verzichten. Der Vorschlag fand letztendlich jedoch – und dies sicherlich zurecht – keine Mehrheit. Es fanden dafür aber verstärkt Kontrollen der Polizei statt. Heute besteht dieses Problem aber wohl nicht mehr.
Wer der Universität, ihren Mitarbeitern und insbesondere ihren vielen Studierenden schon immer oder immer noch eher skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstand, änderte seine Meinung oftmals schlagartig nach dem Jahrhunderthochwasser 2013, das die Stadt Passau besonders schlimm getroffen hatte. An der von Mitarbeitern und Studierenden der Universität Passau schon während des Hochwassers initiierten Hilfsaktion „Passau räumt auf“ beteiligten sich nämlich mehrere tausend freiwillige Helfer, darunter vor allem die Studierenden selbst – übrigens auch meine Tochter, die damals noch studierte. Sie alle kamen mit Schaufeln und Eimern, räumten Keller, beseitigten Schlammablagerungen und arbeiteten unermüdlich fast bis zur Er-schöpfung – eine beispiellose Hilfsaktion, die der Universität und ihren Studierenden viel Sympathie einbrachte und selbst bei unverbesserlichen Skeptikern vielfach zu einem Meinungsumschwung führte. Die Passauer Bürgerinnen und Bürger waren überwältigt. Eine derart uneigennützige Hilfsbereitschaft hatte wohl niemand erwartet. Spätestens seit diesem Zeitpunkt dürften eventuell noch vorhanden gewesene Zweifel, dass auch die Universität Teil der Stadt Passau ist, endgültig ausgeräumt worden sein.