Die Kapelle der Bürgerkongregation
Nachdem Fürstbischof Leopold Erzherzog von Österreich 1612 ein Gymnasium in Passau gegründet hatte, wurde bereits 1622 ein Jesuitenkolleg angegliedert, um unter anderem Priesterausbildung und Jugenderziehung zu ermöglichen.
Diese beiden ersten Einrichtungen wurden zum Ausgangspunkt eines kleinen Viertels, dass die Jesuiten im Bereich vor der Passauer Ortsspitze errichteten.
Warum die Ordensleute nicht auch auf der Fläche des heutigen Areals der namentlich so benannten "Ortsspitze" bauten - ganz vorne an der Halbinsel des Dombergs, im Bereich des Zusammenflusses von Donau, Inn und Ilz - hat einen einfachen Grund: Es gab diesen Ort noch gar nicht. Die befestigte Aufschüttung, deren Fläche heute ein beliebter Erholungs- und Aussichtsplatz für Einheimische und Touristen ist, erfolgte erst im 19. Jahrhundert.
Noch heute können die Gebäude aus dem 17. Jahrhundert besichtigt werden, wobei die meisten mittlerweile anderen Zwecken zugeführt worden sind. Eines der Gebäude im Jesuitenviertel (damals im "Vierten Block") war die Studienkirche mit der Kapelle der Bürgerkongregation, die zur Marienverehrung errichtet worden war.
Die Fotografie der Studienkirche ist eine besonders aussagekräftige Quelle zur Universitätsgeschichte, stellt sie doch die einzige Archivalie dar, welche die akademische Geschichte der Jesuiten in Passau bildlich visualisieren kann.
Zudem lädt sie ein zu Vergleichen: Die Kapelle der Studienkirche, die aktuell die Mensa des Passauer Gymnasiums Leopoldinium beherbergt, ist bis heute baulich praktisch unverändert geblieben.